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Frostschutz in der Scheibenwaschanlage: winterfest machen

Lesezeit: 5 Min.

Von preiswert-leasen.de Redaktion

Veröffentlicht am
Fachlich geprüft am
Zuletzt aktualisiert

Ein voller Scheibenwaschbehälter nützt im Winter nichts, wenn die Flüssigkeit darin gefriert. Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus — in Leitungen, Düsen und Pumpe kann das zu Rissen und zum Ausfall der Anlage führen, genau dann, wenn Streusalz und Split die Scheibe am dringendsten brauchen. Frostschutz im Wischwasser ist deshalb keine Kosmetik, sondern die einzige Möglichkeit, die Scheibenwaschanlage über den Winter funktionsfähig zu halten.

Dieser Artikel dreht sich ausschließlich um das Wischwasser der Scheibenwaschanlage — nicht um den Kühlerfrostschutz im Motor und nicht um das Freikratzen der Scheibe von außen, dazu gibt es einen eigenen Beitrag zum Eiskratzen. Wie Sie Ihr Fahrzeug insgesamt winterfest machen, fasst unser Überblick zum Autofahren im Winter zusammen.

Warum die Scheibenwaschanlage Frostschutz braucht

Reines Wasser gefriert bereits knapp unter null Grad, und beim Gefrieren nimmt sein Volumen zu. In einem geschlossenen System aus Behälter, Leitungen, Pumpe und Düsen hat dieses zusätzliche Volumen keinen Platz — die Folge können gesprungene Leitungen, ein rissiger Behälter oder eine Pumpe sein, die sich gegen einen Eispfropfen totläuft und durchbrennt.

Dazu kommt die Sicherheit: Gerade im Winter verschmutzt die Frontscheibe durch Spritzwasser, Split und Salzfilm schneller als sonst, und die Scheibenwischer allein verteilen trockenen Schmutz eher, als ihn zu entfernen. Fällt die Waschanlage aus, bleibt oft nur ein Stopp zum manuellen Reinigen der Scheibe — auf der Autobahn oder in der Dunkelheit keine komfortable Lösung.

Sommerreiniger und Winterfrostschutz sind zwei verschiedene Produkte

Der Sommerzusatz, der im Frühjahr in den Behälter kommt, ist in erster Linie ein Reiniger gegen Insekten und Straßenschmutz. Sein Gefrierschutz ist gering bis gar nicht vorhanden — er ist für Temperaturen deutlich über null ausgelegt, nicht für Frost. Winterfrostschutz ist anders formuliert: Er senkt den Gefrierpunkt der Mischung spürbar ab und reinigt gleichzeitig Salzrückstände und Streusplitt von der Scheibe.

Die beiden Produkte lassen sich nicht beliebig mischen. Wer im Herbst einfach Winterkonzentrat auf den restlichen Sommerreiniger im Behälter gießt, verdünnt den Frostschutz und weiß am Ende nicht mehr, bis zu welcher Temperatur die Mischung tatsächlich schützt.

Mischungsverhältnis: Herstellerangabe zählt, nicht eine Faustregel

Winterfrostschutz gibt es als fertige Gebrauchsmischung und als Konzentrat zum Verdünnen. Bei Konzentraten steht auf dem Etikett eine Mischtabelle, die das Verhältnis von Konzentrat zu Wasser einer gewünschten Frostschutzgrenze zuordnet — je höher der Konzentratanteil, desto tiefer die Temperatur, bis zu der die Mischung flüssig bleibt.

Diese Tabelle ist eine Herstellerangabe und unterscheidet sich von Produkt zu Produkt — eine pauschale Faustregel dafür gibt es deshalb nicht. Maßgeblich sind zwei Dinge: die tiefste Temperatur, die in Ihrer Region realistisch vorkommt, und die Mischangabe genau des Produkts, das Sie verwenden. Wer zu schwach mischt, riskiert das Einfrieren, das der Zusatz verhindern soll; wer stark überkonzentriert, verschenkt meist nur Geld, ohne einen zusätzlichen Nutzen zu haben.

Wichtig auch beim Nachfüllen: Wer im Winter mit reinem Wasser statt mit der passenden Mischung nachfüllt, verdünnt den Frostschutz im Behälter mit jedem Nachfüllen ein Stück weiter — bis die Mischung eines Nachts nicht mehr ausreicht.

Die Anlage im Herbst auf Winterbetrieb umstellen

Der Umstieg gehört in den Herbst, bevor die erste Frostnacht überrascht — nicht erst in den ersten kalten Morgen, an dem die Anlage bereits eingefroren ist. Drei Schritte reichen für die Umstellung:

  1. Restlichen Sommerreiniger möglichst aufbrauchen. Wer die Waschanlage vor der Umstellung ein paarmal betätigt, senkt den Anteil an Sommerzusatz, der sonst die neue Winterfrostschutz-Mischung verdünnt.
  2. Behälter mit der richtigen Mischung befüllen. Fertige Winterware direkt einfüllen, Konzentrat nach der Mischtabelle des Herstellers mit Wasser ansetzen — und den Behälter dabei möglichst voll machen, damit im Rest des Winters kein spontaner Griff zur Wasserflasche nötig wird.
  3. Anlage mehrfach betätigen. Erst wenn die Waschanlage vorne — und, falls vorhanden, hinten — mehrmals ausgelöst wurde, ist die frostgeschützte Mischung wirklich bis in Leitungen und Düsen vorgedrungen. Vorher steht dort möglicherweise noch die alte, ungeschützte Flüssigkeit.

Düsen und Leitungen vor dem Einfrieren schützen

Ein voller, korrekt gemischter Behälter schützt nur, wenn die Mischung auch überall ankommt. Deshalb hilft es, die Scheibenwaschanlage über den Winter regelmäßig zu benutzen, auch wenn die Scheibe gerade sauber aussieht — stehende, ungeschützte Restflüssigkeit in einer selten genutzten Leitung ist genau die Stelle, die zuerst einfriert.

Vor dem ersten Frost lohnt außerdem ein Blick auf die Düsen selbst: Verstopfen sie durch Insektenreste oder Straßenschmutz aus dem Sommer, kann die Frostschutzmischung an dieser Stelle stauen und dort eher einfrieren als in einer freien Leitung. Manche Fahrzeuge haben beheizte Düsen; ob Ihres dazugehört und wie die Funktion aktiviert wird, steht im Fahrzeughandbuch.

Scheibenwaschanlage eingefroren: was jetzt zu tun ist

Surrt die Pumpe beim Betätigen, aber es kommt nichts aus den Düsen, ist meist eine Leitung oder Düse vereist. Der wichtigste Rat: nicht mehrfach hintereinander betätigen. Die Pumpe arbeitet dann gegen einen Widerstand, den sie nicht überwinden kann — und genau das begünstigt einen Motorschaden an der Pumpe.

Besser ist, das Fahrzeug an einem wärmeren Ort auftauen zu lassen — Garage, wenn vorhanden, sonst etwas Geduld — und es danach erneut zu versuchen. Funktioniert die Anlage wieder, gehört als Nächstes die richtige Frostschutzmischung in den Behälter, damit derselbe Vorfall nicht in der nächsten Nacht wiederkehrt. Bleibt die Pumpe stumm, oder läuft sichtbar Flüssigkeit am Fahrzeug aus, deutet das auf einen bereits beschädigten Behälter oder eine gerissene Leitung hin — dann hilft nur noch die Werkstatt.

Typische Anzeichen einer eingefrorenen oder gestörten Scheibenwaschanlage — Anhaltspunkte, keine Ferndiagnose.
AnzeichenWahrscheinliche UrsacheWas Sie tun sollten
Pumpe surrt, aber aus den Düsen kommt nichtsLeitung oder Düse ist vereistWaschanlage nicht mehrfach hintereinander betätigen; Fahrzeug auftauen lassen, danach mit korrekter Mischung neu befüllen
Kein Geräusch beim BetätigenPumpe ist eingefroren oder bereits beschädigtNicht weiter versuchen; in der Werkstatt prüfen lassen
Sprühstrahl kommt nur aus einer Düse oder tröpfelt nurEinzelne Düse ist verstopft oder teilweise vereistNach dem Auftauen vorsichtig reinigen, zum Beispiel mit einer feinen Nadel
Wischwasser läuft sichtbar am Fahrzeug ausBehälter oder Leitung durch gefrorenes Wasser gerissenNicht weiter befüllen; Werkstatt aufsuchen

Häufige Fragen zum Frostschutz in der Scheibenwaschanlage

Ist Kühlerfrostschutz das Gleiche wie Frostschutz für die Scheibenwaschanlage?

Nein. Kühlerfrostschutz gehört in den Motorkühlkreislauf, Wischwasser-Frostschutz in den Behälter der Scheibenwaschanlage. Es sind zwei getrennte Systeme und zwei unterschiedlich formulierte Produkte — sie sollten nicht gegeneinander getauscht werden.

Wann sollte ich auf Winterfrostschutz umstellen?

Im Herbst, bevor die erste Frostnacht kommt — nicht erst, wenn die Anlage bereits eingefroren ist. Der genaue Zeitpunkt hängt von Ihrer Region ab; sicherer ist es, früh umzustellen, als eine überraschende Kältewelle abzuwarten.

Wie oft sollte ich die Mischung im Winter kontrollieren?

Immer dann, wenn Sie nachfüllen, und zusätzlich vor längeren Fahrten. Jedes Nachfüllen mit reinem Wasser verdünnt den Frostschutz — füllen Sie deshalb im Winter grundsätzlich mit der Mischung nach, nicht mit purem Wasser.

Was tue ich, wenn die Scheibenwaschanlage bereits eingefroren ist?

Nicht mehrfach hintereinander betätigen — das riskiert einen Schaden an der Pumpe. Lassen Sie das Fahrzeug an einem wärmeren Ort auftauen und befüllen Sie die Anlage danach mit einer korrekt gemischten Frostschutzlösung.

Reicht ein Konzentrat mit hoher Dosierung für jede Region gleich gut?

Nicht pauschal. Wie stark Sie ein Konzentrat verdünnen, richtet sich nach der Mischtabelle auf dem jeweiligen Etikett und nach den tiefsten Temperaturen, die in Ihrer Region realistisch vorkommen. Eine allgemeingültige Zahl dafür gibt es nicht — die Herstellerangabe des verwendeten Produkts ist maßgeblich.

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