Der Versuch soll zeigen, ob sich autonomes Fahren technisch und betrieblich in einen späteren On-Demand-Verkehr integrieren lässt. Getestet wird damit nicht nur das Fahrzeug selbst, sondern auch das Zusammenspiel mit Leitstelle, Buchungssystem und den Abläufen eines öffentlichen Verkehrsunternehmens.
Erst feste Testrouten, später Fahrtwünsche per App
Die drei Fahrzeuge basieren auf dem elektrischen ID. Buzz und wurden von der Ingenieurgesellschaft IAV mit zusätzlicher Sensorik und Self-Driving-Software ausgerüstet. In der ersten Phase fahren sie auf festgelegten Strecken in Gern und Neuhausen-Nymphenburg. Dabei werden unter anderem Umfeldwahrnehmung, Verkehrsinteraktion und Betriebsstabilität geprüft.
SWM und MVG verfügen für den Test seit Mitte August über eine Erprobungsgenehmigung nach der Verordnung für Kraftfahrzeuge mit autonomer Fahrfunktion. Trotzdem bleibt während der gesamten aktuellen Phase eine Person am Steuer, die den Betrieb überwacht und bei Bedarf eingreifen kann.
Wenn das System stabil läuft, soll das Testgebiet erweitert werden. Dann wird die On-Demand-Plattform von ioki eingebunden. Sie soll kurzfristige Fahrtwünsche verarbeiten, Routen an die Fahrzeuge übergeben und mehrere Buchungen bündeln. Erst in einer späteren Projektphase sind Fahrten mit ausgewählten Testnutzerinnen und Testnutzern vorgesehen.
Die autonomen Funktionen gehören nicht zum Serien-ID. Buzz
Für Interessenten an einem ID. Buzz im Leasing ist die Abgrenzung wichtig: Der Münchner Shuttle ist ein umgebautes Forschungsfahrzeug. Die Sensorik und das autonome Fahrsystem von IAV sind keine angekündigte Serienausstattung für reguläre ID.-Buzz-Angebote. Aus dem MINGA-Test lässt sich daher nicht ableiten, dass aktuelle Fahrzeuge selbstständig im öffentlichen Verkehr fahren können.
MINGA ist breiter angelegt als dieser erste Shuttle-Test. Insgesamt arbeiten 16 Partner aus Verwaltung, Forschung und Wirtschaft an dem Projekt. Der Bund unterstützt das Vorhaben nach Angaben der MVG mit rund 13 Millionen Euro. Bis Mitte 2027 sollen neben dem On-Demand-Betrieb auch ein autonomer Linienbus und ein sogenanntes Bus-Platoon unter realen Bedingungen erprobt werden.
Für München ist der jetzige Start deshalb vor allem der Übergang vom abgesperrten Test zur Erprobung im normalen Stadtverkehr. Ob daraus später ein regulärer Fahrgastbetrieb entsteht, hängt von den Ergebnissen der nächsten Testphasen und den dafür erforderlichen Abstimmungen ab.