Weniger Teile, bestehende Anlagen

Bemerkenswert ist am Produktionsstart weniger ein einzelner Roboter als die Art, wie Audi das Projekt organisiert hat. Nach Angaben des Herstellers vergingen von der Entwicklung bis zur Serienreife 21 Monate weniger als bei bisherigen Fahrzeugprojekten. Gleichzeitig wurde die Zahl produktionsrelevanter Teile reduziert und ein größerer Teil bestehender Technik weitergenutzt.

Die Karosserien des A2 e-tron entstehen auf flexiblen Anlagen gemeinsam mit denen des Audi A3. Mehr als 1.200 Fertigungskomponenten werden wieder- oder weiterverwendet, darunter rund 250 Roboter. Das spart neue Anlagen und macht den Anlauf für Audi günstiger, ohne dass dafür eine komplett separate Fertigung aufgebaut werden musste.

Neu in Ingolstadt ist außerdem die sogenannte Perlenkette. Dabei wird die Reihenfolge der Kundenaufträge sechs Tage vor der Montage festgelegt und anschließend über die Produktionsschritte hinweg beibehalten. Zulieferteile können dadurch bereits in der benötigten Reihenfolge ankommen, Lager- und Sortieraufwand sollen sinken.

Auch bei der Automatisierung legt Audi nach. Der Radanbau läuft beim A2 e-tron vollautomatisch. Im Karosseriebau greifen kameragesteuerte Roboter kleinere Blechteile direkt aus ungeordneten Behältern. Prüf- und Informationssysteme werden teilweise aus der Edge Cloud 4 Production gesteuert, wodurch Audi nach eigenen Angaben mehr als 450 Industrie-PCs in der Montage einspart.

Markteinführung bleibt für Dezember geplant

Technisch ändert der Produktionsstart nichts an den bereits angekündigten Daten. Der vorgestellte A2 e-tron startet in Deutschland bei 38.200 Euro. Audi bietet drei Batteriegrößen und vier Leistungsstufen an. Je nach Version sind bis zu 646 Kilometer WLTP-Reichweite vorgesehen.

Der Produktionsanlauf macht aber den angekündigten Marktstart greifbarer. Audi baut den elektrischen Einstieg im eigenen Stammwerk und führt dort neben dem A2 e-tron bereits weitere vollelektrische Baureihen. Für Ingolstadt ist das Modell damit zugleich ein weiterer Schritt weg von einer Fertigung, die ausschließlich von Verbrennern geprägt war.

Konkrete Leasingkonditionen nennt Audi mit dem Produktionsstart nicht. Wer den A2 e-tron später im Audi Leasing sucht, sollte deshalb Kaufpreis und Produktionsbeginn nicht mit einer bereits verfügbaren Monatsrate gleichsetzen. Entscheidend werden die tatsächlichen Angebote samt Laufzeit, Jahreskilometern und möglichen Einmalzahlungen.