Hyundai nennt die Veranstaltung „Power Brunch“. Hinter dem Namen steht vor allem ein wichtiger Schritt für Käufer: Aus dem bislang überwiegend in Datenblättern und auf Bildern vorgestellten Neuling wird ein Auto, dessen Platzverhältnisse, Bedienung und Materialanmutung sich vor Ort beurteilen lassen. Ob darüber hinaus bereits Probefahrten möglich sind, sollten Interessenten beim jeweiligen Betrieb erfragen.

Der Hersteller begleitet den Start mit Werbung in mehreren Medien, vom Fernsehen bis zu großen digitalen Außenflächen. Für den Automarkt ist jedoch weniger die Kampagne interessant als der Platz, den der IONIQ 3 im Angebot einnimmt. Der fünfsitzige Stromer ist mit 4,16 Metern deutlich kompakter als ein typisches elektrisches Familien-SUV. Produziert wird er in İzmit in der Türkei.

Die flach auslaufende Heckpartie unterscheidet ihn optisch von Hyundais kleinen SUV-Modellen. Beim Stauraum kommt es auf einen zweiten Blick an: Hyundai weist insgesamt 441 Liter aus. Davon entfallen 322 Liter auf den eigentlichen Gepäckraum und 119 Liter auf ein Fach unter dem Ladeboden. Für große Koffer zählt deshalb nicht allein die addierte Literzahl.

Welche Batterie passt zum Alltag?

Beim Antrieb gibt es eine ungewöhnliche Abstufung. Die kleinere Batterie mit 42,2 kWh wird mit einem 108 kW starken Frontmotor kombiniert und soll je nach Ausführung bis zu 344 Kilometer nach WLTP schaffen. Mit 61 kWh steigt die Reichweite in der günstigsten Konfiguration auf bis zu 497 Kilometer, obwohl der zugehörige Motor mit rund 100 kW etwas weniger leistet. Wer die sportlich gestalteten N-Line-Versionen wählt, sollte deren abweichende Reichweitenangaben beachten.

Beim Schnellladen nennt Hyundai für die kleinere Batterie unter geeigneten Bedingungen 29 Minuten von zehn auf 80 Prozent. Ein dreiphasiger 11-kW-AC-Lader gehört zur Grundausstattung. 22 kW Wechselstrom-Ladeleistung gibt es nur optional und nicht pauschal in jeder Konfiguration. Ein Überblick über Batterien, Abmessungen und die einzelnen Ausführungen hilft deshalb mehr als der Blick auf einen einzigen Höchstwert.

Der Listenpreis ab 28.950 Euro betrifft das Einstiegsmodell und ist keine Aussage über die Kosten einer höher ausgestatteten Version. Gerade bei der Wahl zwischen kleiner und großer Batterie oder zusätzlicher Ladetechnik können sich die Anforderungen deutlich unterscheiden. Für Leasingkunden bleibt entsprechend die tatsächlich angebotene Fahrzeugkonfiguration entscheidend.

Mit dem Händlerstart am 17. Oktober wird sich zeigen, ob der IONIQ 3 die Lücke zwischen kleinem Stadt-Elektroauto und größerem Reisewagen überzeugend ausfüllt. Reichweite und Ausstattung stehen bereits fest, wie gut der eigenständige Innenraum im Alltag funktioniert, lässt sich nun erstmals unmittelbar am Fahrzeug überprüfen.