Das Angebot richtet sich zunächst an Fahrzeuge aus den Baureihen Renault Mégane, Scénic und Master. Entscheidend ist allerdings der verbaute 6AM-Motor. Die Ankündigung bedeutet nicht, dass jede Motorisierung oder jedes derzeit angebotene Fahrzeug dieser drei Modellfamilien automatisch für das Austauschprogramm infrage kommt.

Der Antrieb wird zerlegt, aufgearbeitet und erneut eingesetzt

Beim Remanufacturing wird ein gebrauchtes Bauteil nicht einfach als Gebrauchtteil weiterverkauft. THE REMAKERS arbeitet Komponenten industriell auf und prüft sie anschließend erneut. Für den 6AM-Motor verspricht das Unternehmen eine Qualität und Garantie auf dem Niveau eines Neuteils. Einen festen Endkundenpreis nennt Renault nicht. Die Angabe von rund 30 Prozent Preisvorteil ist ein Durchschnittswert des Anbieters und keine Zusage für eine konkrete Werkstattrechnung.

Für Besitzer und Flotten ist der Schritt trotzdem relevant. Gerade bei Elektroautos entscheidet nach Ablauf von Garantie- und Leasingzeiten zunehmend die Reparierbarkeit teurer Hochvoltkomponenten darüber, ob ein Fahrzeug wirtschaftlich weiterbetrieben werden kann. Ein industriell aufgearbeiteter Antrieb schafft dafür eine weitere Option neben einem neuen Ersatzmotor oder der Verwertung des Fahrzeugs.

Renault ordnet das Angebot in ein größeres Kreislaufwirtschaftsprogramm ein. Die Schwesterfirma GAIA repariert unter anderem Traktionsbatterien. Je nach Zustand sollen Batterien weiter im Fahrzeug genutzt, für eine zweite Verwendung vorbereitet oder dem Recycling zugeführt werden. Damit zielt die Gruppe zunehmend auf die Phase nach dem Neuwagenverkauf, in der Reparaturkosten und Restwerte an Bedeutung gewinnen.

Studie sieht besonders große Effekte bei Elektro-Komponenten

Parallel zur neuen Motoren-Offerte hat The Future is NEUTRAL eine von THE REMAKERS beauftragte Lebenszyklusanalyse vorgestellt. Die Untersuchung wurde mit Quantis nach ISO-Standards durchgeführt und nach Angaben des Unternehmens extern kritisch geprüft. Sie umfasst acht Bauteilfamilien und bewertet fünf Umweltindikatoren, darunter Klimawirkung und Ressourcenverbrauch.

Bei wiederaufbereiteten Elektromotoren fällt die Umweltwirkung der Analyse zufolge in jedem der fünf untersuchten Bereiche mindestens 67 Prozent geringer aus als bei Neuteilen. Für wiederaufbereitete Leistungselektronik nennt die Untersuchung mindestens 47 Prozent. Das sind Ergebnisse der vom Anbieter beauftragten Studie und keine unabhängige Aussage über jede einzelne Reparatur.

Für Leasingkunden ändert die neue Ersatzteiloption zunächst keine Vertragsbedingungen. Bei laufenden Verträgen entscheidet weiterhin der vereinbarte Service- und Reparaturumfang. Relevant wird die Entwicklung vor allem für Fahrzeuge, die länger im Bestand bleiben, für Gebrauchtwagen und für Flotten, bei denen die Kosten eines größeren Antriebsschadens direkt in die Weiterverwendung oder den Restwert einfließen.