Genauso wichtig ist zu wissen, wofür die Handbremse nicht gedacht ist: als Ersatz für die Fußbremse taugt sie nur im äußersten Notfall und mit großer Vorsicht.

Handbremse beim Parken richtig einsetzen

Beim Abstellen des Fahrzeugs sollte die Handbremse grundsätzlich angezogen werden — nicht nur an Steigungen oder Gefällen, sondern auch auf ebenem Untergrund, damit sie zur Routine wird. An Steigungen und Gefällen reicht sie allein aber nicht als einzige Sicherung: Legen Sie bei Schaltgetriebe zusätzlich einen Gang ein (bergauf den ersten, bergab den Rückwärtsgang), bei Automatikgetriebe die Parkstellung „P“. So wird das Fahrzeug doppelt gesichert, falls die Handbremse allein nicht ausreicht.

Zusätzlichen Schutz bieten die Vorderräder: Schlagen Sie sie so ein, dass das Fahrzeug im Fall eines Falles gegen den Bordstein rollen würde statt auf die Fahrbahn. Und ziehen Sie die Handbremse sanft und gleichmäßig an — ruckartiges, zu kräftiges Anziehen belastet den Seilzug und die Bremsmechanik unnötig.

Mechanische Handbremse und elektrische Parkbremse

Die klassische Handbremse arbeitet über einen Hebel zwischen den Vordersitzen und einen Seilzug, der die Bremsbacken oder -beläge an den Hinterrädern mechanisch anlegt. Sie lässt sich mit reiner Muskelkraft bedienen und funktioniert deshalb auch, wenn die Bordelektronik einmal ausfällt.

Viele neuere Fahrzeuge haben stattdessen eine elektrische Parkbremse: eine Taste ersetzt den Hebel, kleine Elektromotoren an den Bremssätteln übernehmen die Klemmkraft. Das erfordert keinen Kraftaufwand mehr und bringt oft eine Komfortfunktion mit: Auto-Hold hält das Fahrzeug beim Anhalten — etwa an der Ampel oder im Stau — automatisch fest und löst beim Anfahren von selbst wieder. Wer zwischen Fahrzeugen mit unterschiedlichen Systemen wechselt, sollte sich kurz mit der jeweiligen Bedienung vertraut machen, da sich Tastenlage und Auslösung von Modell zu Modell unterscheiden.

Handbremse im Winter: Festfrieren vermeiden

Bei Frost kann Feuchtigkeit an den Bremsbelägen der mechanischen Handbremse gefrieren und die Bremse festsetzen, sodass sie sich anschließend nicht mehr lösen lässt. Deshalb wird bei erwarteten Minusgraden für manche Fahrzeuge üblicherweise empfohlen, stattdessen einen Gang einzulegen beziehungsweise bei Automatik „P“ zu wählen und auf das Anziehen der Handbremse zu verzichten.

Ob und wie diese Empfehlung für Ihr konkretes Fahrzeug gilt, hängt vom verbauten Bremssystem ab — werfen Sie im Zweifel einen Blick in die Bedienungsanleitung. Ist die Handbremse trotzdem einmal festgefroren, hilft in der Regel nur vorsichtiges Vorgehen: nicht mit Gewalt am Hebel oder an der Taste ziehen, sondern das Fahrzeug behutsam ein Stück anrollen lassen, um das Eis zu lösen, notfalls mit Enteiser nachhelfen oder einen Pannendienst rufen.

Handbremse in Notsituationen

Die Handbremse ist kein Ersatz für die Fußbremse und für eine Notbremsung nicht ausgelegt. Bei einer mechanischen Handbremse kann abruptes Anziehen während der Fahrt die Hinterräder blockieren — das Fahrzeug kann ins Schleudern geraten, gerade bei höherem Tempo oder auf rutschigem Untergrund. Sie sollte deshalb allenfalls dann zum Einsatz kommen, wenn die reguläre Bremse tatsächlich versagt, und dann nur mit größter Vorsicht und möglichst dosiert.

Elektrische Parkbremsen verhalten sich bei gehaltener Taste in vielen Fahrzeugen kontrollierter, da sie dosiert statt abrupt bremsen. Verlassen Sie sich darauf aber nicht ohne Weiteres — das genaue Verhalten unterscheidet sich je nach Fahrzeug, und im Ernstfall zählt vor allem eine Regel: Die Fußbremse bleibt die erste Wahl, die Handbremse nur die allerletzte.

Verschleiß und Wartung der Handbremse

Bei mechanischen Handbremsen können sich die Seilzüge mit der Zeit längen oder durch Korrosion schwergängig werden — spürbar daran, dass der Hebel weiter gezogen werden muss oder die Bremswirkung nachlässt. Regelmäßige Nutzung hält die Mechanik gängig und beugt Festsitzen vor, besonders nach längeren Standzeiten oder in Regionen mit viel Streusalz im Winter. Ein zu lockerer oder zu strammer Seilzug gehört in die Werkstatt: Dort wird die Handbremse nachgestellt, statt in Eigenregie daran herumzuschrauben.

Auch bei elektrischen Parkbremsen lohnt sich ein Blick in die Werkstatt, wenn sich das Verhalten ändert — etwa ein Warnhinweis, der nicht mehr erlischt, oder ein spürbar verzögertes Lösen. Die Feststellbremse wird zudem im Rahmen der Hauptuntersuchung mitgeprüft; was die HU dabei generell abdeckt, lesen Sie im verlinkten Artikel weiter unten.

Häufige Fragen zur Handbremse

Muss ich die Handbremse bei jedem Parken anziehen?

Üblicherweise ja — auch auf ebenem Untergrund, damit es zur festen Gewohnheit wird. An Steigungen und Gefällen kommt zusätzlich ein eingelegter Gang oder die Parkstellung „P“ dazu, damit das Fahrzeug doppelt gesichert ist.

Was ist der Unterschied zwischen Handbremse und elektrischer Parkbremse?

Die klassische Handbremse legt über einen Hebel und einen Seilzug mechanisch die Bremsbeläge an den Hinterrädern an. Die elektrische Parkbremse ersetzt Hebel und Seilzug durch eine Taste und kleine Elektromotoren an den Bremssätteln und bringt häufig eine Auto-Hold-Funktion mit, die beim Halten automatisch fest- und beim Anfahren wieder löst.

Kann ich die Handbremse zur Notbremsung nutzen?

Nur mit großer Vorsicht und wirklich als letztes Mittel. Bei mechanischen Handbremsen kann abruptes Anziehen während der Fahrt die Hinterräder blockieren und zum Schleudern führen. Die Fußbremse bleibt in jedem Fall die erste Wahl.

Was tun, wenn die Handbremse im Winter festgefroren ist?

Nicht mit Gewalt am Hebel oder an der Taste ziehen. Lassen Sie das Fahrzeug stattdessen behutsam ein Stück anrollen, um das Eis am Belag zu lösen, helfen Sie notfalls mit Enteiser nach oder rufen Sie einen Pannendienst. Um das Festfrieren von vornherein zu vermeiden, wird bei manchen Fahrzeugen empfohlen, bei erwarteten Minusgraden statt der Handbremse einen Gang beziehungsweise „P“ zu nutzen — ein Blick in die Bedienungsanleitung schafft Klarheit für Ihr Fahrzeug.

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