Ob nach dem saisonalen Wechsel, dem Kauf eines neuen Satzes oder weil das Profil aufgebraucht ist: Irgendwann bleiben alte Reifen übrig, und die gehören weder in die Restmülltonne noch in die Garage auf Dauer. Wohin also damit?

Dieser Artikel zeigt die zulässigen Entsorgungswege, was mit den Reifen danach passiert, und wann sich ein Verkauf statt einer Entsorgung lohnt.

Warum Altreifen nicht in den Hausmüll oder die Natur gehören

Reifen bestehen aus einem Gemisch aus Gummi, Stahl- und Textilfasern sowie weiteren Zusatzstoffen. In der Restmülltonne haben sie deshalb nichts zu suchen, und in der Natur abgelegt zersetzen sie sich nur äußerst langsam. Beides ist zudem nicht einfach eine schlechte Idee, sondern unzulässig: Wer Altreifen illegal entsorgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann.

Der Vorteil der ordentlichen Entsorgung ist nicht nur die Rechtssicherheit, sondern auch, dass die enthaltenen Rohstoffe zurückgewonnen werden können, statt als Abfall zu enden. Welche Wege dafür offenstehen, hängt vor allem davon ab, wie viele Reifen es sind und was Sie ohnehin gerade erledigen.

Diese Entsorgungswege stehen offen

  • Reifenhändler oder Werkstatt. Beim Kauf neuer Reifen nehmen die meisten Händler und Werkstätten den alten Satz direkt zurück. Ob das im Preis der neuen Reifen enthalten ist oder eine gesonderte Gebühr anfällt, handhabt jeder Betrieb anders — fragen Sie beim Kauf einfach nach.
  • Wertstoffhof oder Recyclinghof. Kommunale Höfe nehmen Altreifen in der Regel an, auch ohne dass Sie gleichzeitig neue kaufen. Annahmemengen, ob Reifen mit Felge angenommen werden und ob dafür eine Gebühr fällig wird, ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich geregelt — erkundigen Sie sich vorab bei Ihrem örtlichen Hof.
  • Spezialisierte Altreifenentsorger. Für größere Mengen — etwa mehrere Sätze auf einmal oder gewerblichen Anfall — gibt es Fachbetriebe, die sich ausschließlich auf die Sammlung und Verwertung von Altreifen spezialisiert haben.

Was mit den Reifen nach der Abgabe passiert

Ein abgegebener Reifen wird nicht einfach entsorgt, sondern in eine von mehreren Verwertungsformen überführt, je nach Zustand und den Möglichkeiten des jeweiligen Betriebs:

  • Stoffliche Verwertung. Der Reifen wird zerlegt, der Gummi zu Granulat oder Mehl verarbeitet und findet als Rohstoff in neuen Produkten wieder Verwendung — etwa in Sportböden, Fallschutzbelägen oder anderen Gummierzeugnissen. Der enthaltene Stahl wird eingeschmolzen und ebenfalls wiederverwendet.
  • Runderneuerung. Reifen mit intakter Karkasse können mit einer neuen Lauffläche versehen und erneut genutzt werden. Das ist nicht bei jedem Reifen möglich, spart aber Ressourcen, wo es geht.
  • Thermische Verwertung. Wo eine stoffliche Verwertung nicht sinnvoll ist, werden Reifen in dafür ausgelegten industriellen Anlagen — etwa in der Zementherstellung — als Energieträger genutzt.

Reifen mit oder ohne Felge abgeben

Wenn Sie beim saisonalen Wechsel auf einen zweiten Felgensatz umsteigen, bleiben unter Umständen alte Reifen samt Felge übrig. Für die Verwertung müssen Gummi und Metall ohnehin getrennt werden — deshalb ziehen manche Annahmestellen das Abmontieren der Reifen vor dem Abgeben vor, andere nehmen den kompletten Satz an. Das ist einer der Punkte, die sich zwischen Wertstoffhof und Wertstoffhof unterscheiden und sich vorab klären lassen.

Noch genug Profil? Dann lohnt sich ein Verkauf statt Entsorgung

Nicht jeder ausgemusterte Reifen ist auch wirklich am Ende. Wenn Sie zum Beispiel wegen eines Fahrzeugwechsels einen Satz mit noch ausreichendem Restprofil und ohne erkennbare Schäden abgeben, kann sich ein Verkauf an private oder gewerbliche Käufer lohnen, statt ihn zu entsorgen — das spart Ihnen die Entsorgung und dem Käufer den Neukauf.

Woran Sie erkennen, ob ein Reifen dafür noch geeignet ist oder tatsächlich runter ist, steht im Artikel Reifenprofil und Verschleiß richtig beurteilen.

Häufige Fragen zur Reifenentsorgung

Ist die Rückgabe alter Reifen beim Händler kostenlos?

Das handhabt jeder Betrieb anders. Manche Händler und Werkstätten nehmen den alten Satz beim Kauf neuer Reifen ohne Aufpreis zurück, andere berechnen eine kleine Gebühr. Fragen Sie am besten direkt beim Reifenkauf danach.

Was passiert, wenn ich Altreifen einfach im Hausmüll oder in der Natur entsorge?

Beides ist nicht zulässig. Altreifen gehören weder in die Restmülltonne noch in die Landschaft — wer sie dort trotzdem entsorgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Nutzen Sie stattdessen Reifenhändler, Wertstoffhof oder einen spezialisierten Entsorger.

Nimmt jeder Wertstoffhof Altreifen an, auch mit Felge?

Nicht überall gleich. Annahmemengen, ob Reifen mit montierter Felge angenommen werden und ob dafür eine Gebühr fällig wird, ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich geregelt. Erkundigen Sie sich vorab bei Ihrem örtlichen Wertstoffhof.

Kann ich gebrauchte Reifen noch verkaufen, statt sie zu entsorgen?

Ja, wenn sie noch ausreichend Profil haben und keine erkennbaren Schäden aufweisen, lassen sich Reifen häufig privat oder gewerblich weiterverkaufen. Das schont Ressourcen und spart Ihnen die Entsorgung.

Was wird aus dem Gummi eines entsorgten Reifens?

Er wird meist zu Granulat oder Mehl verarbeitet und findet als Rohstoff in neuen Produkten wieder Verwendung, etwa in Sportböden oder anderen Gummierzeugnissen. Ist eine stoffliche Verwertung nicht sinnvoll, wird der Reifen stattdessen thermisch verwertet, also als Energieträger genutzt.

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