Dieser Beitrag ordnet die Zahlen für Januar 2026 ein, erklärt, wie sich eine einzelne KBA-Monatsstatistik überhaupt richtig lesen lässt, und zeigt, was der anhaltende Trend zu elektrifizierten Antrieben für Sie als Leasing-Kundin oder -Kunden bedeutet.

Die Zulassungszahlen für Januar 2026 im Überblick

Nach den amtlichen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts wurden im Januar 2026 in Deutschland 193.981 Personenkraftwagen neu zugelassen — 6,6 Prozent weniger als im Januar 2025.

Auffällig war vor allem die Verschiebung zwischen gewerblichen und privaten Haltern: 69,8 Prozent der Neuzulassungen entfielen auf gewerbliche Halterinnen und Halter, ein Plus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Private Zulassungen kamen dagegen nur auf einen Anteil von 30,2 Prozent und fielen deutlich, um 14,4 Prozent. Für den Leasingmarkt ist das eine relevante Verschiebung: Ein wachsender gewerblicher Anteil bedeutet in aller Regel auch einen wachsenden Anteil an Flotten-, Firmenwagen- und Leasingverträgen an den Neuzulassungen — private Haushalte reagieren in wirtschaftlich unsicheren Phasen typischerweise schneller, indem sie Anschaffungen verschieben.

Passend zum wachsenden Anteil elektrifizierter Antriebe sank auch der durchschnittliche CO2-Ausstoß der im Januar 2026 neu zugelassenen Pkw auf 102,4 Gramm pro Kilometer — ein Rückgang um 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die amtliche Statistik liest diesen Durchschnitt als Gradmesser dafür, welchen Raum sparsame und elektrifizierte Antriebe im Neuzulassungsmix einnehmen.

So lesen Sie eine KBA-Monatsstatistik richtig

Das Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlicht seine Zulassungsstatistik für einen Monat üblicherweise in den ersten Tagen des Folgemonats — die Zahlen für Januar erschienen entsprechend Anfang Februar. Wichtig für die Einordnung: Neuzulassungen sind nicht dasselbe wie der Fahrzeugbestand. Sie zeigen nur, was in diesem einen Monat frisch zugelassen wurde, nicht wie viele Fahrzeuge insgesamt in Deutschland unterwegs sind.

Einzelne Monatswerte sind zudem naturgemäß volatil. Saisoneffekte — etwa besonders hohe Zulassungszahlen zum Jahresende, wenn Flotten ihr Budget noch ausschöpfen, gefolgt von einem ruhigeren Januar — und Basiseffekte, wenn schon der Vergleichsmonat im Vorjahr ungewöhnlich stark oder schwach war, prägen jeden Monatsvergleich mit. Ein einzelner Monat ist deshalb ein Signal, kein Beweis für eine Trendwende. Erst die Entwicklung über mehrere Monate oder Quartale zeigt verlässlich, ob sich etwas strukturell verschiebt.

Eine zweite Unterscheidung lohnt sich beim Lesen: gewerbliche und private Zulassungen. Weil Flotten, Leasinggesellschaften und Firmenwagen überwiegend unter „gewerblich“ erfasst werden, ist dieser Anteil im deutschen Markt strukturell hoch und schwankt spürbar weniger als der private Anteil.

Antriebsarten im Januar 2026

Bei den Antriebsarten zeigen die Januar-Zahlen eine klare Richtung: Elektrifizierte Antriebe gewannen weiter Anteile, klassische Verbrenner verloren.

Neuzulassungen von Personenkraftwagen nach Antriebsart, Januar 2026, Deutschland. Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt.
AntriebsartNeuzulassungenAnteilVeränderung ggü. Januar 2025
Hybrid (gesamt)79.99641,2 %+3,9 %
davon Plug-in-Hybrid21.79011,2 %+23,0 %
Batterieelektrisch (BEV)42.69222,0 %+23,8 %
Benzin43.69522,5 %−29,9 %
Diesel27.30914,1 %−17,1 %

Zusammengenommen kamen Hybrid- und rein batterieelektrische Antriebe im Januar 2026 auf rund 63 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen, Benzin und Diesel zusammen auf rund 37 Prozent.

Der Trend hinter dem Monat: E- und Hybridanteil wächst strukturell

Der Januar 2026 ist dabei kein Ausreißer, sondern reiht sich in eine Entwicklung ein, die sich in den amtlichen Zulassungsstatistiken schon seit mehreren Jahren beobachten lässt: Der Anteil elektrifizierter Antriebe an den monatlichen Neuzulassungen steigt tendenziell, während der Anteil reiner Verbrenner sinkt. Das Tempo schwankt von Monat zu Monat, die Richtung war in den vergangenen Jahren aber weitgehend konstant.

Mehrere strukturelle Treiber stehen dahinter: ein breiteres Modellangebot über nahezu alle Fahrzeugklassen hinweg, EU-weite CO2-Flottengrenzwerte, die Hersteller im Durchschnitt ihrer verkauften Flotte zu niedrigeren Emissionen verpflichten, und steuerliche Rahmenbedingungen wie die reduzierte Dienstwagenbesteuerung für rein elektrische Fahrzeuge. Welcher dieser Faktoren in einem einzelnen Monat am stärksten wirkt, lässt sich aus einer Zulassungsstatistik allein nicht ablesen — die Richtung des Trends aber schon.

Was der Trend für Leasing-Kunden bedeutet

Ein wachsender Anteil an Elektro- und Hybridfahrzeugen in den Neuzulassungen wirkt sich mittelbar auch auf die Restwertkalkulation im Leasing aus: Je mehr Elektroautos heute neu zugelassen werden, desto größer wird in einigen Jahren das Angebot an gebrauchten Elektroautos — und ein größeres Gebrauchtwagenangebot verändert erfahrungsgemäß die Restwerte. Leasinggesellschaften kalkulieren die Monatsrate maßgeblich auf Basis des erwarteten Restwerts am Ende der Laufzeit. Wie sich dieser für ein konkretes Modell tatsächlich entwickelt, lässt sich aus einer einzelnen Zulassungsstatistik nicht ableiten — dafür spielen Modellzyklus, Batterietechnik und Nachfrage im Einzelfall eine zu große Rolle. Wer dieses Risiko möglichst nicht selbst tragen möchte, ist mit Kilometerleasing statt Restwertleasing besser beraten — dort trägt der Leasinggeber die Restwertprognose, nicht Sie.

Der zweite Effekt betrifft die Modellauswahl selbst. Mit einem wachsenden Anteil an elektrifizierten Neuzulassungen bauen Hersteller ihr Angebot an Elektro- und Hybridmodellen kontinuierlich aus — über nahezu alle Fahrzeugklassen und Preissegmente hinweg. Für Sie als Leasing-Kunde heißt das: eine größere Auswahl, aber auch mehr Aufwand beim Vergleichen, weil sich Ausstattung, Reichweite und Ladeleistung von Modell zu Modell erheblich unterscheiden. Welche Modelle aktuell mit welchen Konditionen im Leasing stehen, sehen Sie am zuverlässigsten direkt im Angebotsvergleich — nicht in einer Monatsstatistik.

Häufige Fragen zu den KBA-Zulassungszahlen

Wie oft veröffentlicht das KBA Zulassungszahlen?

Monatlich, üblicherweise in den ersten Tagen des Folgemonats — die Zahlen für Januar erscheinen entsprechend Anfang Februar. Daneben veröffentlicht das Kraftfahrt-Bundesamt auch Jahresstatistiken und den Fahrzeugbestand zu festen Stichtagen.

Warum schwanken die monatlichen Zulassungszahlen so stark?

Weil Saison- und Basiseffekte jeden Monatsvergleich mitprägen: Der Dezember fällt wegen auslaufender Flottenbudgets oft stark aus, der Januar entsprechend schwächer, und ein besonders starker oder schwacher Vorjahresmonat verzerrt die Prozentangabe zusätzlich. Erst die Entwicklung über mehrere Monate zeigt einen belastbaren Trend.

Was bedeutet ein hoher gewerblicher Zulassungsanteil für den Leasingmarkt?

Ein hoher gewerblicher Anteil — im Januar 2026 lag er bei 69,8 Prozent — deutet auf einen entsprechend hohen Flotten- und Leasinganteil an den Neuzulassungen hin, weil Firmenwagen, Dienstwagen und Leasingfahrzeuge größtenteils in dieser Kategorie erfasst werden. Private Zulassungen reagieren dagegen empfindlicher auf wirtschaftliche Unsicherheit und schwanken entsprechend stärker.

Wirkt sich ein steigender Elektroanteil auf die Leasingrate aus?

Mittelbar ja, weil die Rate zu einem großen Teil auf dem erwarteten Restwert basiert und dieser wiederum von Angebot und Nachfrage auf dem Gebrauchtwagenmarkt abhängt. Wie stark und in welche Richtung, lässt sich pauschal aber nicht sagen — das hängt vom einzelnen Modell ab, nicht vom Marktdurchschnitt einer Monatsstatistik.

Elektro- oder Hybridmodell leasen?

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