Ein E-Commerce-Manager übernimmt nach der Finanzierungsrunde
Die Mitteilung vom 2. November kommt gut vier Monate nach FINNs Series-D-Finanzierung. Im Juni hatte der Anbieter rund 140 Millionen Euro an Eigen- und Fremdkapital angekündigt und eine Unternehmensbewertung von mehr als einer Milliarde Euro erreicht. Nach eigenen Angaben betreibt FINN inzwischen mehr als 50.000 Auto-Abos in Deutschland. Der annualisierte wiederkehrende Umsatz liegt laut Unternehmen bei mehr als 300 Millionen Euro.
Schmidt kommt nicht aus der traditionellen Autobranche. Er leitete den australischen Online-Modehändler THE ICONIC, war Co-Chef der Global Fashion Group und zuletzt Geschäftsführer des E-Commerce-Unternehmens Sunday Natural. Seine Erfahrung liegt damit vor allem im Aufbau digitaler Geschäftsmodelle, während FINN Fahrzeugbeschaffung, Finanzierung und Kundenbetreuung unter einer monatlichen Abo-Rate bündelt.
Wühr hatte FINN 2019 mitgegründet und führte das Unternehmen seit Mai 2023. Mit dem Wechsel gibt er die operative Verantwortung ab, bleibt aber an der strategischen Entwicklung beteiligt. Chief Fleet Officer Jürgen Lobach gehört weiterhin zur Geschäftsführung. Eine Änderung der laufenden Kundenverträge wurde im Zusammenhang mit der Personalie nicht angekündigt.
Der nächste Wachstumsschritt liegt im europäischen Abo-Geschäft
Der neue CEO beschreibt als Ziel, FINN zu einer führenden europäischen Mobilitätsplattform auszubauen. In welchen weiteren Ländern der Anbieter dafür konkret starten will, lässt die aktuelle Mitteilung offen. Die Personalentscheidung zeigt vor allem, dass nach Flottenaufbau und Kapitalbeschaffung die Skalierung des Geschäfts in den Vordergrund rückt.
Für Kunden bleibt zunächst das bestehende Angebot entscheidend: FINN vermarktet Auto-Abos mit Versicherung, Zulassung, Kfz-Steuer und Wartung als Bestandteil der monatlichen Rate. Die tatsächlichen Kosten hängen weiterhin vom ausgewählten Fahrzeug, der Vertragslaufzeit und dem Kilometerpaket ab. Auf der FINN-Anbieterseite bei Preiswert Leasen lassen sich die erfassten Angebote nach diesen Konditionen vergleichen.
Wie der Anbieter sein Portfolio zuletzt erweitert hat, zeigt die Aufnahme des Porsche 911 ins FINN-Auto-Abo. Solche zusätzlichen Fahrzeugmarken sind für Abonnenten unmittelbar greifbar. Der Führungswechsel allein bringt dagegen weder einen neuen Monatspreis noch eine neue Vertragsart mit sich. Ob die geplante Expansion mehr Auswahl oder veränderte Konditionen bringt, muss sich erst an künftigen Angeboten zeigen.