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Kosten und Recht

Zusatzkosten beim Neuwagen-Leasing im Überblick

Leasingangebote werben mit einer Zahl: der Monatsrate. Laufzeit und Jahreskilometer stehen daneben, alles Weitere steht im Kleingedruckten. Über die tatsächlichen Kosten eines Neuwagen-Leasings entscheidet aber weit mehr als die Rate — Sonderzahlung, Überführung und Zulassung fallen einmalig an, Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung und Reifen laufen über die gesamte Vertragszeit, und auch die Rückgabe kann Geld kosten.

Lesezeit: 8 Min.

VonPreiswert Leasen Redaktion (mit KI erstellt)

Veröffentlicht am
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Dieser Ratgeber geht die Zusatzkosten in der Reihenfolge durch, in der sie im Leben eines Leasingvertrags auftauchen: zuerst die Einmalkosten zum Start, dann die laufenden Posten, zuletzt das Vertragsende. Am Schluss steht eine einfache Rechnung, mit der Sie aus Rate und Nebenkosten eine ehrliche Monatsbelastung machen — die Zahl, die Angebote wirklich vergleichbar macht.

Leasingsonderzahlung

Die Leasingsonderzahlung ist eine Einmalzahlung zu Vertragsbeginn. Sie senkt die Monatsrate — und genau deshalb taucht sie in der Werbung gern auf: Ein Angebot mit hoher Sonderzahlung sieht neben einem anzahlungsfreien immer günstiger aus, als es ist. Günstiger wird der Vertrag dadurch nicht, denn Sie zahlen denselben Betrag nur früher.

Für den Vergleich rechnen Sie die Sonderzahlung auf die Laufzeit um: Betrag geteilt durch die Anzahl der Monate, das Ergebnis zur Rate addiert. Erst diese Zahl lässt sich neben ein anzahlungsfreies Angebot legen. Ob eine Sonderzahlung für Sie sinnvoll ist, bleibt danach eine Budgetfrage — was sie mit Rate und Gesamtkosten macht, behandelt unser eigener Ratgeber zur Leasingsonderzahlung.

Überführungskosten

Überführungskosten berechnet der Händler für den Transport des Neuwagens vom Werk sowie für Aufbereitung und Bereitstellung vor der Übergabe. Sie fallen einmalig zu Vertragsbeginn an, stehen aber selten prominent im Angebot — mal sind sie in der Rate enthalten, meist kommen sie separat obendrauf. Die Höhe unterscheidet sich je nach Hersteller und Händler erheblich; vergleichen Sie Angebote deshalb grundsätzlich inklusive Überführung.

Bei einigen Herstellern lässt sich das Fahrzeug direkt im Werk abholen, was die Überführungskosten senken kann. Rechnen Sie dann ehrlich gegen: Anreise, Zeitaufwand und die ersten Autobahnkilometer auf dem neuen Fahrzeug gehören mit in diese Rechnung.

Zulassung und Kennzeichen

Vor der ersten Fahrt muss das Fahrzeug zugelassen werden — beim Leasing auf Sie als Halter, während die Zulassungsbescheinigung Teil II in der Regel beim Leasinggeber bleibt. Die amtlichen Gebühren der Zulassungsstelle sind überschaubar; teurer wird es, wenn der Händler oder ein Zulassungsdienst die Anmeldung übernimmt und dafür eine Servicepauschale berechnet. Das spart Zeit, ist aber ein eigener Kostenpunkt im Angebot.

Dazu kommen die Kennzeichen. Die Preise der Schilderdienste direkt an der Zulassungsstelle liegen häufig deutlich über denen von Online-Anbietern — wie die Bestellung im Netz funktioniert, zeigt unser Beitrag Kfz-Kennzeichen online bestellen. Auch die Zulassung selbst ist inzwischen vielerorts digital möglich — unser Ratgeber Leasingfahrzeug online zulassen führt durch den Ablauf.

Kfz-Steuer

Die Kfz-Steuer zahlt, auf wen das Fahrzeug zugelassen ist — beim Leasing also Sie, nicht die Leasinggesellschaft. Der Bescheid kommt von der Zollverwaltung, fällig ist die Steuer jährlich im Voraus per Lastschrift. Für Pkw mit Erstzulassung ab dem 1. Januar 2021 setzt sie sich aus zwei Teilen zusammen: einem Hubraum-Sockel von 2,00 Euro je angefangene 100 cm³ bei Benzinern beziehungsweise 9,50 Euro bei Dieseln — und einem CO2-Anteil, der oberhalb von 95 g/km (WLTP-Wert) gestaffelt ansteigt.

CO2-Staffel der Kfz-Steuer für Pkw mit Erstzulassung ab dem 1. Januar 2021. Hinzu kommt der Hubraum-Sockel: 2,00 € je angefangene 100 cm³ (Benziner) bzw. 9,50 € (Diesel).
CO2-Ausstoß (WLTP)Steuersatz je g/km
bis 95 g/kmsteuerfrei
96 bis 115 g/km2,00 €
116 bis 135 g/km2,20 €
136 bis 155 g/km2,50 €
156 bis 175 g/km2,80 €
176 bis 195 g/km2,90 €
über 195 g/km4,00 €

Der CO2-Anteil wird stufenweise berechnet: Jedes Gramm wird mit dem Satz seiner Stufe besteuert, nicht der gesamte Ausstoß mit dem höchsten Satz. So sieht die Rechnung für einen Benziner aus:

Rechenbeispiel mit frei gewählten Werten: Benziner, 1.498 cm³ Hubraum, 135 g CO2/km (WLTP) — keine Angebotsdaten.
BestandteilRechnungBetrag
Hubraum-Sockel15 angefangene 100 cm³ × 2,00 €30,00 €
CO2-Stufe 96–115 g/km20 g × 2,00 €40,00 €
CO2-Stufe 116–135 g/km20 g × 2,20 €44,00 €
Kfz-Steuer pro JahrSumme114,00 €

Der deutlich höhere Hubraum-Sockel ist der Grund, warum ein Diesel bei gleichem CO2-Ausstoß spürbar mehr Steuer kostet als ein vergleichbarer Benziner. Reine Elektroautos sind dagegen derzeit von der Kfz-Steuer befreit — die Einzelheiten stehen in unserem Ratgeber zur Kfz-Steuer bei Elektroautos.

Versicherung: Haftpflicht, Vollkasko und GAP-Deckung

Gesetzlich vorgeschrieben ist nur die Kfz-Haftpflichtversicherung. Der Leasingvertrag geht regelmäßig darüber hinaus: Fast alle Leasinggeber schreiben eine Vollkaskoversicherung vor, denn das Fahrzeug gehört ihnen, und sein Wert soll abgesichert sein. Die Beiträge tragen Sie — je nach Fahrzeug, Region und Schadenfreiheitsklasse ist das über die Laufzeit einer der größten Posten neben der Rate.

Sinnvoll ist zusätzlich eine GAP-Deckung. Bei Totalschaden oder Diebstahl ersetzt die Vollkasko den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs — der Ablösewert des Leasingvertrags kann darüber liegen, und die Differenz bleibt sonst an Ihnen hängen. Die GAP-Deckung schließt genau diese Lücke und ist als Baustein vieler Kaskotarife erhältlich. Worauf beim Versichern eines Leasingfahrzeugs sonst noch zu achten ist, behandelt unser eigener Ratgeber im Detail.

Wartung und Inspektion

Leasingverträge verpflichten Sie üblicherweise, alle Wartungen und Inspektionen nach Herstellervorgabe durchführen zu lassen — oft ausdrücklich in Vertragswerkstätten. Die Kosten dafür tragen Sie. Bewahren Sie sämtliche Nachweise auf: Fehlt bei der Rückgabe der Beleg für eine fällige Wartung, stellt der Leasinggeber die Wertminderung in Rechnung.

Viele Anbieter bündeln Wartung und Verschleißreparaturen in einem monatlichen Servicepaket. Das macht die Kosten planbar, ist aber nicht automatisch günstiger — rechnen Sie das Paket gegen die zu erwartenden Einzelkosten Ihrer Laufzeit; bei kurzen Verträgen fallen schlicht weniger Werkstatttermine an. Ob Wartung beim Leasing Pflicht ist und wer welche Kosten übernimmt, haben wir in den Beiträgen Ist beim Auto-Leasing die Wartung Pflicht? und Wer übernimmt Inspektions- und Reparaturkosten? aufgeschlüsselt.

Garantieverlängerung

Wie lange die Neuwagengarantie läuft, unterscheidet sich je nach Hersteller deutlich. Läuft Ihr Leasingvertrag 36 oder 48 Monate, kann er die Garantie überdauern — Reparaturen im letzten Vertragsjahr gehen dann ohne zusätzliche Absicherung zu Ihren Lasten. Eine Anschlussgarantie kostet extra, einmalig zu Beginn oder als monatlicher Aufpreis, und gehört bei längeren Laufzeiten mit in die Kalkulation. Prüfen Sie vor dem Abschluss die Garantiebedingungen des Herstellers und stellen Sie die Laufzeiten nebeneinander.

Unabhängig von jeder Garantie besteht die gesetzliche Sachmängelhaftung von zwei Jahren gegenüber dem Verkäufer. Beim Leasing tritt der Leasinggeber seine Ansprüche daraus üblicherweise an Sie ab — wie Sie Fahrzeugmängel im laufenden Leasingvertrag geltend machen, erklärt unser Ratgeber dazu.

Kaution und Bankbürgschaft

Vor jedem Vertrag steht die Bonitätsprüfung. Fällt sie knapp aus — typisch bei Existenzgründern mit kurzer Geschäftshistorie —, verlangen Leasinggeber mitunter zusätzliche Sicherheiten: eine Kaution oder eine Bankbürgschaft. Die Bürgschaft stellt Ihre Hausbank aus und berechnet dafür eine laufende Provision — ein Kostenpunkt, der in keinem Werbeangebot auftaucht. Für Gründer haben wir die Wege zum Leasingvertrag im Beitrag Fahrzeugleasing für Existenzgründer zusammengestellt.

Winterreifen

In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch sowie Eis- und Reifglätte dürfen Sie nur mit wintertauglichen Reifen fahren — und als wintertauglich gelten seit dem 1. Oktober 2024 ausschließlich Reifen mit Alpine-Symbol. Ein Satz Winterräder gehört damit für die meisten Leasingnehmer fest in die Kalkulation, dazu je nach Wohnsituation die Einlagerung des jeweils anderen Radsatzes.

Drei Wege führen zum Winterrad: als Paket direkt im Leasingvertrag, eingerechnet in die Rate; als Kauf über den Händler; oder als freier Kauf beim Reifenhändler Ihrer Wahl. Der freie Kauf hat einen oft übersehenen Vorteil: Die Räder gehören Ihnen und lassen sich nach Vertragsende weiterverkaufen oder auf dem Nachfolgefahrzeug weiterfahren, sofern sie passen. Vergleichen lohnt sich — unsere Tipps stehen im Beitrag Preiswert Winterreifen für das Leasingfahrzeug kaufen, die Rechtslage im Überblick unter Winterreifenpflicht in Deutschland.

Kosten am Vertragsende

Am Laufzeitende wird zweimal abgerechnet. Erstens die Kilometer: Wer über dem vereinbarten Kontingent liegt, zahlt den im Vertrag festgelegten Preis je Mehrkilometer nach; wer darunter bleibt, erhält für Minderkilometer meist eine niedrigere Erstattung, die häufig zusätzlich gedeckelt ist. Viele Verträge sehen eine Toleranzgrenze vor, innerhalb derer weder nachgezahlt noch erstattet wird — die genauen Werte stehen im Vertrag, nicht im Werbeangebot.

Zweitens der Zustand: Normale, dem Alter entsprechende Gebrauchsspuren sind mit der Rate abgegolten. Alles darüber hinaus — Dellen, Kratzer, beschädigte Felgen, Flecken im Innenraum — wird bei der Rückgabe begutachtet, oft durch einen unabhängigen Sachverständigen, und als Minderwert in Rechnung gestellt. Welche Schäden Sie zahlen müssen, zeigt unser Beitrag Leasingrückgabe: Welche Schäden sind zu zahlen? — und wie Sie den Termin vorbereiten, unsere Checkliste für die Rückgabe.

Die effektive Monatsbelastung

Aus all diesen Posten wird eine vergleichbare Zahl, wenn Sie die Einmalkosten auf die Laufzeit umlegen: Sonderzahlung, Überführung und Zulassung jeweils durch die Anzahl der Monate teilen und zur Rate addieren. Das Ergebnis ist die effektive Monatsbelastung aus dem Vertrag — die Zahl, mit der sich zwei Angebote ehrlich vergleichen lassen.

Rechenbeispiel mit frei gewählten Werten — keine Angebotsdaten. Laufende Kosten wie Versicherung, Kfz-Steuer und Wartung kommen zusätzlich hinzu.
PositionBetragUmgelegt auf 36 Monate
Monatsrate laut Angebot199 € pro Monat199,00 €
Leasingsonderzahlung1.800 € einmalig50,00 €
Überführung900 € einmalig25,00 €
Zulassung und Kennzeichen180 € einmalig5,00 €
Effektive MonatsbelastungSumme279,00 €

Die laufenden Posten — Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung, Reifen — kommen für Ihr persönliches Budget noch obendrauf. In den Angebotsvergleich gehören sie nur, wenn die Verträge unterschiedlich viel enthalten: Steckt bei einem Anbieter etwa die Wartung bereits in der Rate, rechnen Sie sie dort heraus oder beim Konkurrenten hinzu, sonst vergleichen Sie zwei verschiedene Produkte. Wie aus der effektiven Rate eine Vergleichskennzahl über Fahrzeugklassen hinweg wird, zeigt unser Ratgeber zum Leasingfaktor.

Häufige Fragen zu Zusatzkosten beim Leasing

Wer zahlt beim Leasing die Kfz-Steuer?

Der Halter — und das sind beim Leasing Sie, denn das Fahrzeug wird auf Sie zugelassen. Der Steuerbescheid kommt von der Zollverwaltung, abgebucht wird jährlich im Voraus per Lastschrift. Reine Elektroautos sind derzeit von der Kfz-Steuer befreit.

Lassen sich Überführungskosten vermeiden oder verhandeln?

Sie sind Teil des Angebots und damit grundsätzlich Verhandlungssache. Manche Hersteller bieten eine günstigere Werksabholung an, gelegentlich werben Anbieter mit entfallender Überführung — prüfen Sie dann die übrigen Konditionen umso genauer. Entscheidend ist, Angebote immer inklusive aller Einmalkosten zu vergleichen: Eine niedrige Rate mit hoher Überführung kann teurer sein als der umgekehrte Fall.

Ist eine GAP-Deckung beim Leasing Pflicht?

Gesetzlich nicht — vorgeschrieben ist nur die Haftpflicht. Der Leasingvertrag verlangt aber fast immer eine Vollkasko, und manche Verträge setzen zusätzlich eine GAP-Deckung voraus. Auch ohne Pflicht ist sie empfehlenswert: Bei Totalschaden oder Diebstahl deckt sie die Differenz zwischen dem, was die Kasko ersetzt, und dem Ablösewert des Leasingvertrags.

Muss ich mit dem Leasingfahrzeug in die Vertragswerkstatt?

Das regelt der Vertrag. Üblich ist die Pflicht, Wartungen nach Herstellervorgabe durchführen zu lassen, häufig ausdrücklich in Vertragswerkstätten. Halten Sie sich daran und heben Sie alle Nachweise auf — fehlende Wartungsbelege führen bei der Rückgabe zu Abzügen.

Welche Zusatzkosten drohen am Ende des Leasingvertrags?

Drei Posten: Mehrkilometer zum vertraglich vereinbarten Preis, Minderwert für Schäden, die über normale Gebrauchsspuren hinausgehen, und Nachberechnungen für versäumte oder nicht belegte Wartungen. Alle drei lassen sich klein halten — Laufleistung realistisch wählen, Fahrzeug pfleglich behandeln, Serviceheft lückenlos führen.

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