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Vollhybrid: Wie er funktioniert und für wen er passt

Lesezeit: 5 Min.

Von preiswert-leasen.de Redaktion

Veröffentlicht am
Fachlich geprüft am
Zuletzt aktualisiert

Ein Vollhybrid kombiniert einen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor, der kräftig genug ist, das Fahrzeug für kurze Strecken ganz allein anzutreiben — anders als beim Mild-Hybrid, bei dem der Verbrenner immer mitläuft. Die Batterie dafür lädt sich ausschließlich selbst, über Rekuperation und den Verbrennungsmotor. Eine Steckdose oder Wallbox braucht ein Vollhybrid zu keinem Zeitpunkt.

Damit steht der Vollhybrid in der Mitte der Hybrid-Familie: aufwendiger als Micro- und Mild-Hybrid, aber ohne das Ladekabel und die größere Batterie eines Plug-in-Hybrids. Dieser Artikel erklärt, wie das Zusammenspiel aus Verbrenner und Elektromotor funktioniert, welche Antriebskonzepte dabei zum Einsatz kommen — und wo der Vollhybrid im Alltag stark ist und wo er an seine Grenzen stößt.

Wie ein Vollhybrid funktioniert

Welcher Antrieb gerade aktiv ist, entscheidet die Fahrzeugelektronik automatisch — abhängig von Geschwindigkeit, angeforderter Leistung und Ladezustand der Batterie, ohne dass Sie eingreifen müssen. Bei niedriger Geschwindigkeit und geringem Leistungsbedarf, etwa beim Anfahren, Rangieren oder im zähen Stadtverkehr, fährt ein ausreichend geladener Vollhybrid rein elektrisch. Sobald mehr Leistung gefragt ist — beim zügigen Beschleunigen, auf der Autobahn oder am Berg — schaltet sich der Verbrennungsmotor dazu oder übernimmt den Antrieb allein. Bei stärkerer Beschleunigung arbeiten häufig auch beide Motoren gemeinsam.

Die Batterie lädt sich dabei auf zwei Wegen: durch Rekuperation beim Bremsen und Ausrollen sowie durch den Verbrennungsmotor selbst, der bei Überschussleistung zusätzlich Strom erzeugt und die Batterie damit auflädt, statt seine gesamte Kraft nur an die Räder zu geben. Einen externen Ladeanschluss gibt es dafür nicht — das ist der entscheidende Unterschied zum Plug-in-Hybrid, der genau diese Lademöglichkeit ergänzt und dadurch eine deutlich größere Batterie sinnvoll nutzen kann.

Parallel, seriell, leistungsverzweigt: drei Antriebskonzepte

Wie der Elektromotor mechanisch mit Verbrennungsmotor und Rädern zusammenspielt, unterscheidet sich je nach Konstruktionsprinzip. Drei Grundkonzepte kommen bei Vollhybriden vor:

  • Parallel-Hybrid. Verbrennungsmotor und Elektromotor sind beide mechanisch mit dem Antrieb verbunden, meist über eine Kupplung oder ein gemeinsames Getriebe. Für rein elektrisches Fahren trennt eine Kupplung den Verbrenner ab, damit er nicht ungenutzt im Leerlauf mitläuft; sobald mehr Leistung gebraucht wird oder die Batterie leer ist, schließt die Kupplung wieder, und der Verbrennungsmotor treibt die Räder direkt mit an.
  • Serieller Hybrid. Der Verbrennungsmotor ist nicht mechanisch mit den Rädern verbunden. Den Antrieb übernimmt ausschließlich der Elektromotor. Der Verbrenner läuft nur als Generator, meist in seinem effizientesten Drehzahlbereich, und lädt damit die Batterie beziehungsweise speist den Elektromotor direkt — er dient eher als bordeigenes Kraftwerk denn als klassischer Antrieb, weshalb sich für dieses Konzept auch der Begriff Range Extender eingebürgert hat.
  • Leistungsverzweigter Hybrid. Eine Kombination aus beiden Prinzipien über ein Planetengetriebe oder ein vergleichbares Verteilergetriebe: Es teilt die Leistung von Verbrennungs- und Elektromotor stufenlos zwischen direktem Antrieb und Stromerzeugung auf, ganz ohne klassisches Schaltgetriebe.

Welches Konzept ein Modell verwendet, wirkt sich vor allem auf Komplexität, Kosten und Fahrverhalten aus — am grundsätzlichen Vollhybrid-Prinzip ändert das nichts: Der Elektromotor kann kurze Strecken allein antreiben, und die Batterie lädt sich ausschließlich selbst.

Vollhybrid in der Hybrid-Familie

Die vier gängigen Hybridstufen unterscheiden sich vor allem darin, wie viel der Elektromotor darf. Der Micro-Hybrid hat keinen Elektromotor am Antrieb — er nutzt nur Start-Stopp-Technik und Rekuperation ins normale 12-Volt-Bordnetz. Der Mild-Hybrid ergänzt einen kleinen Elektromotor im 48-Volt-Netz, der den Verbrenner beim Beschleunigen unterstützt, das Fahrzeug aber nie allein antreiben kann. Der Vollhybrid, wie hier beschrieben, hat einen deutlich stärkeren Elektromotor und einen größeren Akku und kann damit kurze Strecken rein elektrisch fahren — die Batterie lädt sich dafür ausschließlich selbst, ohne externen Anschluss. Der Plug-in-Hybrid schließlich ist im Kern ein Vollhybrid mit einer noch größeren Batterie, die sich zusätzlich extern an Steckdose oder Wallbox laden lässt und dadurch spürbar weiter rein elektrisch fährt.

Stärken, Grenzen und für wen der Vollhybrid passt

  • Stark im Stadtverkehr und Stop-and-go. Weil kurze Strecken bei niedriger Geschwindigkeit rein elektrisch möglich sind, profitieren Fahrten mit häufigem Anfahren, Bremsen und Stillstand am meisten — genau dort, wo ein reiner Verbrenner am ineffizientesten unterwegs ist.
  • Kein Ladekabel nötig. Die Batterie lädt sich ausschließlich über Rekuperation und den Verbrennungsmotor selbst — es gibt keine Steckdose, keine Wallbox und keine Ladeplanung.
  • Nur kurze elektrische Reichweite. Rein elektrisch fährt ein Vollhybrid nur wenige Kilometer und meist nur bei niedrigem Tempo — deutlich weniger als ein Plug-in-Hybrid, dessen größere Batterie extern nachgeladen wird.
  • Geringerer Vorteil auf der Autobahn. Bei weitgehend konstantem Tempo gibt es kaum Gelegenheiten zum Bremsen oder rein elektrischen Fahren — der Verbrennungsmotor läuft dort fast durchgehend, und der Verbrauchsvorteil gegenüber einem reinen Verbrenner fällt spürbar kleiner aus als im Stadtverkehr.
  • Etwas mehr Gewicht und Komplexität als ein reiner Verbrenner. Elektromotor und Batterie kommen als zusätzliche Komponenten hinzu — beide sind aber kleiner dimensioniert als bei einem Plug-in-Hybrid, dessen Batterie für externe Ladung und größere elektrische Reichweite ausgelegt ist.

Am besten passt ein Vollhybrid deshalb zu Fahrprofilen mit viel Stadtverkehr, Pendelstrecken oder häufigem Stop-and-go, bei denen Sie kein Ladekabel verwalten möchten. Wer dagegen überwiegend lange Strecken auf der Autobahn fährt, profitiert deutlich weniger — dort nähert sich der Vollhybrid im Verbrauch einem sparsamen reinen Verbrenner an.

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Häufige Fragen zum Vollhybrid

Muss ich einen Vollhybrid extern aufladen?

Nein. Die Batterie eines Vollhybrids lädt sich ausschließlich selbst — über Rekuperation beim Bremsen und Ausrollen sowie über den Verbrennungsmotor, der bei Überschussleistung zusätzlich Strom erzeugt. Ein Ladekabel, eine Wallbox oder eine öffentliche Ladesäule werden nicht benötigt, anders als beim Plug-in-Hybrid.

Wie weit kann ein Vollhybrid rein elektrisch fahren?

Nur wenige Kilometer und meist bei niedrigem Tempo, etwa im Stadtverkehr oder beim Rangieren. Die Batterie ist dafür deutlich kleiner dimensioniert als bei einem Plug-in-Hybrid, dessen extern ladbarer Akku spürbar größere elektrische Reichweiten im Alltag erlaubt.

Was ist der Unterschied zwischen Vollhybrid und Plug-in-Hybrid?

Ein Vollhybrid lädt seine Batterie ausschließlich selbst und hat keinen externen Ladeanschluss. Ein Plug-in-Hybrid hat eine deutlich größere Batterie, die sich zusätzlich an Steckdose oder Wallbox aufladen lässt, und schafft dadurch spürbar weitere rein elektrische Strecken im Alltag statt nur kurzer Distanzen bei niedrigem Tempo.

Was unterscheidet einen parallelen von einem seriellen Hybrid?

Beim Parallel-Hybrid sind Verbrennungs- und Elektromotor beide mechanisch mit dem Antrieb verbunden und können einzeln oder gemeinsam Kraft liefern. Beim seriellen Hybrid treibt ausschließlich der Elektromotor die Räder an, während der Verbrennungsmotor nur als Generator läuft und Strom für Batterie und Elektromotor erzeugt, ohne selbst mechanisch mit den Rädern verbunden zu sein.

Bekommt ein Vollhybrid ein E-Kennzeichen?

Nein. Das E-Kennzeichen vergibt das Elektromobilitätsgesetz nur an batterieelektrische Fahrzeuge, Brennstoffzellenautos und Plug-in-Hybride, die bestimmte CO₂- oder elektrische Reichweitengrenzen einhalten. Ein Vollhybrid ohne externen Ladeanschluss fällt in keine dieser Kategorien.

Die Hybrid-Stufen im Überblick

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