Skip to main content

Leasingfahrzeug online zulassen: Das müssen Sie wissen

Leasingnehmer, die ihren neuen Wagen anmelden müssen, haben es ab sofort noch leichter: Seit Oktober 2019 können in Deutschland Kraftfahrzeuge auch online zugelassen werden. Die Umschreibung und Abmeldung funktioniert ebenfalls im Internet. Wir erklären, wie die Online-Zulassung eines Leasingfahrzeugs funktioniert.

Leasingfahrzeug online anmelden: Voraussetzungen

An Papieren bzw. Zahlungsmitteln sind nötig:

  • Personalausweis mit eID-Onlinefunktion
  • Zulassung Teil I + II mit verdeckten Sicherheitscodes
  • EC- oder Kreditkarte

Nur damit lässt sich der Online-Service nutzen. Beim neuen Personalausweis muss die eID-Onlinefunktion aktiviert sein, es gehört eine PIN dazu. Die Online-Ausweisfunktion dient dazu, sich sicher an Automaten oder im Internet zu identifizieren, diverse Behördengänge und geschäftliche Angelegenheiten lassen sich damit elektronisch erledigen. Bei der Datenübermittlung wird angezeigt, wo die Daten hingehen, das Verfahren ist sicher. Für die Anmeldung des Leasingfahrzeugs ist außerdem ein Smartphone mit Ausweis-App oder ein Kartenlesegerät erforderlich. Der verdeckte Sicherheitscode in den Zulassungsbescheinigungen Teil I + II (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief) muss freigerubbelt werden. Es gibt diese Codes bei der Zulassungsbescheinigung Teil I seit 2015, beim Teil II erst seit 2018.

Werbung

Vorteile für Leasingnehmer und alle Fahrzeughalter

In Deutschland wurden im Jahr 2018 etwa 4,3 Millionen Kraftfahrzeuge neu zugelassen. Jeder Fahrzeughalter kennt den mühseligen Weg zur Zulassungsstelle für die Fahrzeuganmeldung, doch nun (exakt seit dem 1.10.2019) ist diese auch online möglich. Gerade Leasingnehmer dürfte das sehr erfreuen, voll allem dann, wenn sie ihr Leasingfahrzeug öfter wechseln. Das Online-Verfahren ist die nunmehr dritte Stufe der sogenannten i-Kfz (internetbasierten Kfz-Zulassung). Vorgänge wie das Abmelden und Wiederzulassen durften schon länger online erledigt werden.

Der Vorgang im Detail

Wer sein Fahrzeug online anmelden will, ruft das Online-Portal seiner örtlich zuständigen Zulassungsbehörde auf und identifiziert sich dort zunächst. Das geschieht mit dem neuen Personalausweis mit der eID oder alternativ (für ausländische MitbürgerInnen) mit dem elektronischen Aufenthaltstitel. Die nächsten Schritte sind:

  • Eingabe der FIN (Fahrzeug-Identifizierungsnummer, in der Zulassungsbescheinigung vermerkt)
  • Eingabe des vorab freigelegten Sicherheitscodes auf dem Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II)
  • Eingabe eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung, weist den Abschluss der Kfz-Haftpflicht nach)
  • Eingabe der eigenen Kontodaten (dient dem Einzug der Kfz-Steuer)

Jeder Halter kann nun entweder sein reserviertes Wunschkennzeichen das nächste freie Kfz-Kennzeichen eingeben. Danach erfolgt die Bezahlung der Anmeldung. Die Antragsdaten prüft das Online-Tool vorab automatisch. Die Bezahlung erfolgt per ePayment, also mit einer Kreditkarte oder mit Giropay über die EC-Karte. Die Zulassungsstellen sollten beides akzeptieren, doch im Einzelfall könnte nur eine Möglichkeit zur Verfügung stehen. Nach der Bezahlung prüft nochmals ein Sachbearbeiter der Zulassungsstelle alle Angaben und veranlasst dann das Versenden per Post von

  • Zulassungsbescheid und -bescheinigungen,
  • HU-Plakettenträgern und
  • Stempelplakettenträgern.

Der Halter besorgt sich das Kennzeichen (auch online möglich) und bringt es an, klebt die Plakettenträger auf und kann losfahren.

Leasingfahrzeug online zulassen und Kennzeichen bestellen

Leasingfahrzeug online zulassen und Kennzeichen bestellen

Werbung

Umgekehrter Vorgang bei der Abmeldung

Die Abmeldung des Fahrzeugs funktioniert ebenfalls online. Es wird das Kfz-Kennzeichen plus Sicherheitscode des Fahrzeugscheins (Zulassungsbescheinigung Teil I) eingegeben. Besitzer (nicht Leasingnehmer) möchten manchmal ihr Fahrzeug nur vorübergehend abmelden und später wieder anmelden, sie können sich dann ihr Kennzeichen reservieren. Dazu müsste allerdings die Wiederanmeldung im selben Zulassungsbezirk erfolgen. Wiederum wird per ePayment bezahlt, es erfolgt eine Überprüfung des Antrags. Nach dessen Bestätigung lässt sich die Abmeldung online abrufen. Ähnlich funktioniert die Online-Umschreibung bei einem Halterwechsel. Hierfür ist – ebenso wie bei einer Wiederzulassung – der Nachweis über die gültige HU (Hauptuntersuchung) erforderlich.

Was kostet die Online-Zulassung?

Es werden bundesweit einheitliche Gebühren verlangt. Sie liegen bei einer Außerbetriebsetzung unter denen beim klassischen Vorgang auf den Zulassungsstellen, nämlich bei 5,70 Euro statt 6,90 Euro. Die Zulassung hingegen ist online unwesentlich teurer, sie kostet 27,90 Euro. Vor Ort in der Zulassungsstelle wären es nur 27 Euro. Auch die Umschreibung beim Umzug in einen neuen Zulassungsbezirk ist mit 28,20 Euro statt 27 Euro etwas teurer als vor Ort in der Zulassungsstelle. Hierzu verweist das Bundesverkehrsministerium auf Personal- und Sachkosten bei der Online-Abwicklung. Die Nutzer erhalten beispielsweise ein Begleitschreiben zum neuen Service. Möglicherweise verzichten die Zulassungsstellen künftig darauf und stellen alle Erläuterungen nur noch online, dann dürften die Kosten sinken. Doch auch jetzt sollte der sehr geringe Mehrpreis einen Autofahrer und Leasingnehmer nicht stören, wenn dadurch der Gang zur Zulassungsstelle entfällt. Das Versenden des Kfz-Briefes (Zulassungsbescheinigung Teil II) an Besitzer kostet als Postzustellungsurkunde oder Einschreiben nochmals 10,20 Euro.

Welche Kraftfahrzeuge können schon online zugelassen werden?

Mit Stand Oktober 2019 können Pkws, Motorräder und Anhänger online zugelassen werden. Die Ummeldung in einen anderen Zulassungsbezirk ist derzeit noch nicht möglich, soll aber noch im Jahr 2019 ermöglicht werden.

Werbung

Ähnliche Beiträge

Auto-Abo, Leasing, Langzeitmiete oder Carsharing? (Bild mit KI erstellt)

Auto-Abo, Leasing, Langzeitmiete, Carsharing: Ein alltagsnaher Entscheidungsleitfaden nach Lebenssituationen statt nur Vertragsvergleich

Auto-Abo, Leasing, Langzeitmiete oder Carsharing sind keine trockenen Vertragsmodelle mehr, sondern Werkzeuge, mit denen du deinen Alltag besser oder schlechter organisierst – je nach Lebenssituation macht etwas völlig anderes Sinn. 1. Die vier Modelle in Alltagssprache Bevor wir in die Lebenssituationen einsteigen, ein kurzer, alltagsnaher Überblick. Auto-Abo: Du zahlst eine monatliche **Pauschale**, meist sind Versicherung, Steuer, Wartung und oft auch Reifen schon drin – du musst im Grunde nur noch tanken bzw. laden. Leasing: Du fährst ein Auto für 2–5 Jahre zu einer festen Rate, trägst aber typischerweise selbst die Kosten für Versicherung, Steuer und je nach Vertrag Wartung und […]

weiterlesen
China schwächelt BYD drängt jetzt nach Deutschland (Bild mit KI erstellt)

China schwächelt: BYD drängt jetzt nach Deutschland

BYD sucht neuen Schwung: Weil es in China aktuell nicht rund läuft, rückt Deutschland stärker in den Fokus BYD steht zuletzt gleich von zwei Seiten unter Beobachtung: Auf der einen Seite berichten Marktkommentare über schwächere Auslieferungsdynamik im chinesischen Heimatmarkt und den Druck, Umsatz und Wachstum zu stabilisieren; auf der anderen Seite wächst in Europa – und damit auch in Deutschland – die Aufmerksamkeit, ob dadurch mehr Fahrzeuge offensiver hierher geschoben werden. Das lässt sich neutral so einordnen: Wenn ein Hersteller in einem Kernmarkt weniger Rückenwind spürt, steigt in der Regel die Motivation, andere Regionen stärker zu bearbeiten – das ist […]

weiterlesen
Januar 2026 im Überblick: Weniger Neuzulassungen, mehr Elektro- und Hybridanteil in Deutschland (Bild mit KI erstellt)

Januar 2026 im Überblick: Weniger Neuzulassungen, mehr Elektro- und Hybridanteil in Deutschland

Der Automarkt ist mit einem Dämpfer ins Jahr 2026 gestartet: Im Januar 2026 wurden in Deutschland 193.981 Personenkraftwagen neu zugelassen. Das waren 6,6 % weniger als im Januar des Vorjahres. Solche Monatsvergleiche sind zwar immer auch von Saison- und Basiseffekten geprägt, aber als Signal wirkt es trotzdem: Der Markt tritt erst einmal auf die Bremse. Auffällig ist dabei vor allem die Verschiebung zwischen gewerblichen und privaten Zulassungen. Knapp sieben von zehn neuen Pkw (69,8 %) gingen auf gewerbliche Halterinnen und Halter zurück, was gegenüber dem Vorjahr sogar einem Plus von 2,1% entspricht. Private Zulassungen lagen dagegen bei 30,2 % und […]

weiterlesen
Neue Umweltprämie: Welche Fahrzeuge werden gefördert – und worauf du wirklich achten solltest (Bild mit KI erstellt)

Umweltprämie: Welche Fahrzeuge werden gefördert – und worauf du wirklich achten solltest

Wenn du bei „Umweltprämie“ gerade das Gefühl hast, alle reden darüber – aber niemand sagt so richtig, welche Autos am Ende wirklich gefördert werden: Willkommen im Club. Die gute Nachricht: Man kann das Thema ziemlich gut sortieren, wenn man zwei Dinge trennt: (1) Welche Antriebsarten sind grundsätzlich im Förder-Fokus? und (2) Welche Bedingungen entscheiden im Einzelfall, ob genau dein Wunschmodell durchrutscht oder nicht? Neuzulassung, Antriebsart & Co.: So findest du schnell raus, ob dein Wunschauto förderfähig ist In diesem Blogartikel bekommst du genau das: einen verständlichen Überblick (ohne Amtsdeutsch), ein paar typische Stolperfallen – und eine kleine Checkliste, damit du beim Autokauf oder Leasing nicht […]

weiterlesen
Umweltprämie bis zu 6.000 Euro für Elektroautos in Deutschland (Bild mit KI erstellt)

Umweltprämie bis zu 6.000 Euro für Elektroautos in Deutschland

Die aktuelle Umweltprämie 2026 im Überblick Seit dem 1. Januar 2026 gibt es in Deutschland wieder eine staatliche Förderung für Elektroautos. Die neue Umweltprämie richtet sich gezielt an private Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen. Anders als frühere Programme handelt es sich um einen direkten staatlichen Zuschuss, der unabhängig von Herstellerprämien gezahlt wird. Je nach Einkommen, Familiensituation und Fahrzeugtyp beträgt die Förderung zwischen 1.500 Euro und maximal 6.000 Euro. Die Prämie gilt rückwirkend für Fahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2026 neu zugelassen wurden. Wer hat Anspruch auf die Umweltprämie? Antragsberechtigt sind ausschließlich Privatpersonen. Maßgeblich ist das zu versteuernde Haushaltseinkommen. […]

weiterlesen
Billiges Motoröl, eine gute Alternative (Bild mit KI erstellt)

Billiges Motoröl, eine gute Alternative zum teuren Markenprodukt?

Billiges Motoröl aus dem Baumarkt oder Discounter wirkt schnell wie eine attraktive Alternative zum teuren Markenprodukt – gerade bei hohen Laufleistungen oder häufigen Ölwechseln. Ob das tatsächlich sinnvoll ist, hängt aber weniger vom Namen auf dem Kanister als von den Freigaben und Spezifikationen ab, die das Öl erfüllt. Was unterscheidet billiges von teurem Motoröl? Motoröle müssen technische Normen (z.B. SAE‑Viskosität, ACEA‑Spezifikation, herstellerspezifische Freigaben wie VW 507.00 oder MB 229.5) erfüllen, damit sie den Motor zuverlässig schmieren und vor Verschleiß schützen. In Tests zeigte sich mehrfach, dass viele günstige No‑Name‑Öle die gleichen Normen erfüllen wie bekannte Markenprodukte und im Labor durchaus […]

weiterlesen

Keine Kommentare vorhanden



Sie können uns hier gerne einen Kommentar hinterlassen.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *