Skip to main content

Kann ich mein Leasingfahrzeug von der Steuer absetzen?

Ja. Wenn Sie Ihr Leasingfahrzeug beruflich nutzen, können Sie es von der Steuer absetzen. Das Finanzamt hat dagegen keine Einwände.

Viele Leasingnehmer stellen sich bezüglich des Fahrzeugleasings die Frage, inwieweit und in welcher Form die entstehenden Kosten steuerlich wirksam absetzbar sind.

Es geht dabei um viele Kosten:

  • Leasingsonderzahlung
  • Leasingraten
  • Kosten für Wartungen, Reparaturen und Inspektionen
  • Räderwechsel
  • Versicherungen

Es gilt bei diesen Kosten grundsätzlich: Wenn sie berufsbedingt anfallen, sind sie steuerlich wirksam, bei rein privatem Leasing sind sie es nicht. In der Praxis können sich diese Bestandteile beim Leasing durch Selbstständige und beim Firmenwagenleasing mischen, weshalb hier zu differenzieren ist. Der Privatanteil eines Selbstständigen ist nicht steuerwirksam.

Leasingfahrzeug von der Steuer absetzen?

Leasingfahrzeug von der Steuer absetzen?

Gewerbliches Leasing

Für gewerbliche Leasingnehmer – das sind alle Unternehmen und Selbstständigen – ist das Leasing steuerlich vorteilhaft. Wenn das Fahrzeug ausschließlich betrieblich genutzt wird, lassen sich alle Kosten zu 100 % von der Steuer absetzen. Allerdings ist das in der Praxis so gut wie nie der Fall, weshalb das Finanzamt genau wie beim finanzierten oder in bar bezahlen Fahrzeug hier genau hinschaut. Die private Nutzung, die so gut wie unumgänglich ist – es sei denn, der Leasingnehmer nutzt das Auto wirklich nur zu Dienstfahrten –, ist ein geldwerter Vorteil, der zu versteuern ist. Hierfür gibt es die Möglichkeit, 1 % des Listenpreises zu versteuern oder ein Fahrtenbuch zu führen. Entscheidend ist für die steuerliche Anerkennung auch der betriebliche Nutzungsanteil. Fällt dieser unter 10 %, droht rückwirkend die Kürzung des Betriebsausgabenabzugs zumindest für die Leasing-Sonderzahlung. Daher sollten Leasingnehmer die betriebliche Nutzung überwachen. Hierzu ein Beispiel:

  • Ein Handwerker least einen Firmenwagen für 48 Monate und leistet 15.000 Euro Leasing-Sonderzahlung. Im ersten Jahr des Leasings fließt diese Sonderzahlung in voller Höhe in die Steuerabrechnung ein und mindert somit den zu versteuernden Gewinn. Das ist möglich, weil die betriebliche Nutzung anfangs über 50 % liegt. Doch ab dem zweiten Jahr schafft der Handwerker ein anderes, besser geeignetes Fahrzeug an und überlässt den Leasingwagen seiner Frau. Er nutzt ihn nur noch gelegentlich für betriebliche Zwecke, sodass der betriebliche Nutzungsanteil unter 10 % sinkt. Daraufhin ändert das Finanzamt auch den Steuerabzug für die Leasingsonderzahlung nach § 175 Absatz 1 S. 1 Nr. 2 AO. Der Betriebsausgabenabzug wird für die Leasing-Sonderzahlung gekürzt – und zwar um 11.150 Euro, nämlich 36/48 Monate x 15.000 Euro Sonderzahlung. Diese Kürzung ist nachträglich zu versteuern.
Werbung

Was gilt bei Firmenwagen?

Wenn Arbeitnehmer einen geleasten Dienstwagen erhalten, müssen sie für ihre Privatfahrten – falls diese der Arbeitgeber erlaubt – und für die Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsort den geldwerten Vorteil versteuern. Sie führen dabei regelmäßig ein Fahrtenbuch. Über die Behandlung der Leasing-Sonderzahlung hat der BFH ein Urteil gesprochen (Az.: VI R 27/14, Urteil vom 3.9.2015). Bis dato hatten die Finanzämter die umstrittene Auffassung vertreten, dass die Leasing-Sonderzahlung im Erstjahr den Gesamtkosten zuzuschlagen sind. Das geschah zu Unrecht, urteilte der Bundesfinanzhof. Die bilanzielle Behandlung einer Leasing-Sonderzahlung ist ebenso wie die lohnsteuerliche Wirksamkeit zu behandeln.

Welche Kosten sind beim gewerblichen Leasing steuerlich wirksam?

Grundsätzlich sind alle Kosten für überwiegend gewerblich genutzte Fahrzeuge (über 50 % dienstliche Nutzung) steuerwirksam. Bei der Privatnutzung kann sich das Fahrtenbuch empfehlen, wenn diese Nutzung so klein ist, dass der Leasingnehmer mit dem Nachweis des sehr geringen Privatanteils steuerlich einen Vorteil erlangen würde. Ansonsten greift die unkomplizierte 1 % Regelung. Eine Besonderheit gibt es bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden. Wer so ein Fahrzeug zwischen 2019 und 2021 kauft oder auch least, erhält Steuererleichterung für Elektroautos. Diese bestehen darin, dass nur der halbe Listenpreis als geldwerter Vorteil besteuert wird. Das Gewerbeleasing wird in der jährlichen Steuererklärung angeben. Das betrifft auch die Leasingsonderzahlung.

Die Mehrwertsteuer für die Leasingrate ist monatlich sofort steuerwirksam und wird somit bei der Umsatzsteuervoranmeldung unmittelbar zum Abzug gebracht. Um von den Steuervorteilen beim Gewerbeleasing zu profitieren, sollten Unternehmen und Selbstständige kurze Laufzeiten und hohe Raten beim Leasing wählen. Damit werden auch hohe Summen steuerlich wirksam. Das Gewerbeleasing führt zu klar planbarer Kosten, auch der Steuervorteil ist schon im Vorfeld genau kalkulierbar. Gerade Selbstständige – kleine Gewerbetreibende und Freiberufler – erhalten damit einen höheren Handlungsspielraum für ihre geschäftliche Tätigkeit. Sie müssen natürlich den geldwerten Vorteil versteuern. Wie hoch dieser ausfällt, zeigt ein Firmenwagenrechner.

Können Sie private Leasingkosten von der Steuer absetzen?

Eindeutig nein. Privatleasing bleibt ihre Privatsache. Sollten Sie allerdings das Leasingfahrzeug für Ihren Arbeitsweg oder gar für vom Arbeitgeber geforderte Dienstfahrten verwenden, könnten sie die Entfernungspauschale sowie anteilig Kosten für Ihre Kfz-Versicherung steuerlich wirksam in der Lohnsteuererklärung angeben. Inwieweit sich das lohnt, hängt von den Leasingraten und der Leasinglaufzeit sowie der Art Ihres Leasings (Restwert- oder Kilometerleasing) ab.

Werbung

Ähnliche Beiträge

Auto-Abo, Leasing, Langzeitmiete oder Carsharing? (Bild mit KI erstellt)

Auto-Abo, Leasing, Langzeitmiete, Carsharing: Ein alltagsnaher Entscheidungsleitfaden nach Lebenssituationen statt nur Vertragsvergleich

Auto-Abo, Leasing, Langzeitmiete oder Carsharing sind keine trockenen Vertragsmodelle mehr, sondern Werkzeuge, mit denen du deinen Alltag besser oder schlechter organisierst – je nach Lebenssituation macht etwas völlig anderes Sinn. 1. Die vier Modelle in Alltagssprache Bevor wir in die Lebenssituationen einsteigen, ein kurzer, alltagsnaher Überblick. Auto-Abo: Du zahlst eine monatliche **Pauschale**, meist sind Versicherung, Steuer, Wartung und oft auch Reifen schon drin – du musst im Grunde nur noch tanken bzw. laden. Leasing: Du fährst ein Auto für 2–5 Jahre zu einer festen Rate, trägst aber typischerweise selbst die Kosten für Versicherung, Steuer und je nach Vertrag Wartung und […]

weiterlesen
China schwächelt BYD drängt jetzt nach Deutschland (Bild mit KI erstellt)

China schwächelt: BYD drängt jetzt nach Deutschland

BYD sucht neuen Schwung: Weil es in China aktuell nicht rund läuft, rückt Deutschland stärker in den Fokus BYD steht zuletzt gleich von zwei Seiten unter Beobachtung: Auf der einen Seite berichten Marktkommentare über schwächere Auslieferungsdynamik im chinesischen Heimatmarkt und den Druck, Umsatz und Wachstum zu stabilisieren; auf der anderen Seite wächst in Europa – und damit auch in Deutschland – die Aufmerksamkeit, ob dadurch mehr Fahrzeuge offensiver hierher geschoben werden. Das lässt sich neutral so einordnen: Wenn ein Hersteller in einem Kernmarkt weniger Rückenwind spürt, steigt in der Regel die Motivation, andere Regionen stärker zu bearbeiten – das ist […]

weiterlesen
Januar 2026 im Überblick: Weniger Neuzulassungen, mehr Elektro- und Hybridanteil in Deutschland (Bild mit KI erstellt)

Januar 2026 im Überblick: Weniger Neuzulassungen, mehr Elektro- und Hybridanteil in Deutschland

Der Automarkt ist mit einem Dämpfer ins Jahr 2026 gestartet: Im Januar 2026 wurden in Deutschland 193.981 Personenkraftwagen neu zugelassen. Das waren 6,6 % weniger als im Januar des Vorjahres. Solche Monatsvergleiche sind zwar immer auch von Saison- und Basiseffekten geprägt, aber als Signal wirkt es trotzdem: Der Markt tritt erst einmal auf die Bremse. Auffällig ist dabei vor allem die Verschiebung zwischen gewerblichen und privaten Zulassungen. Knapp sieben von zehn neuen Pkw (69,8 %) gingen auf gewerbliche Halterinnen und Halter zurück, was gegenüber dem Vorjahr sogar einem Plus von 2,1% entspricht. Private Zulassungen lagen dagegen bei 30,2 % und […]

weiterlesen
Neue Umweltprämie: Welche Fahrzeuge werden gefördert – und worauf du wirklich achten solltest (Bild mit KI erstellt)

Umweltprämie: Welche Fahrzeuge werden gefördert – und worauf du wirklich achten solltest

Wenn du bei „Umweltprämie“ gerade das Gefühl hast, alle reden darüber – aber niemand sagt so richtig, welche Autos am Ende wirklich gefördert werden: Willkommen im Club. Die gute Nachricht: Man kann das Thema ziemlich gut sortieren, wenn man zwei Dinge trennt: (1) Welche Antriebsarten sind grundsätzlich im Förder-Fokus? und (2) Welche Bedingungen entscheiden im Einzelfall, ob genau dein Wunschmodell durchrutscht oder nicht? Neuzulassung, Antriebsart & Co.: So findest du schnell raus, ob dein Wunschauto förderfähig ist In diesem Blogartikel bekommst du genau das: einen verständlichen Überblick (ohne Amtsdeutsch), ein paar typische Stolperfallen – und eine kleine Checkliste, damit du beim Autokauf oder Leasing nicht […]

weiterlesen
Umweltprämie bis zu 6.000 Euro für Elektroautos in Deutschland (Bild mit KI erstellt)

Umweltprämie bis zu 6.000 Euro für Elektroautos in Deutschland

Die aktuelle Umweltprämie 2026 im Überblick Seit dem 1. Januar 2026 gibt es in Deutschland wieder eine staatliche Förderung für Elektroautos. Die neue Umweltprämie richtet sich gezielt an private Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen. Anders als frühere Programme handelt es sich um einen direkten staatlichen Zuschuss, der unabhängig von Herstellerprämien gezahlt wird. Je nach Einkommen, Familiensituation und Fahrzeugtyp beträgt die Förderung zwischen 1.500 Euro und maximal 6.000 Euro. Die Prämie gilt rückwirkend für Fahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2026 neu zugelassen wurden. Wer hat Anspruch auf die Umweltprämie? Antragsberechtigt sind ausschließlich Privatpersonen. Maßgeblich ist das zu versteuernde Haushaltseinkommen. […]

weiterlesen
Billiges Motoröl, eine gute Alternative (Bild mit KI erstellt)

Billiges Motoröl, eine gute Alternative zum teuren Markenprodukt?

Billiges Motoröl aus dem Baumarkt oder Discounter wirkt schnell wie eine attraktive Alternative zum teuren Markenprodukt – gerade bei hohen Laufleistungen oder häufigen Ölwechseln. Ob das tatsächlich sinnvoll ist, hängt aber weniger vom Namen auf dem Kanister als von den Freigaben und Spezifikationen ab, die das Öl erfüllt. Was unterscheidet billiges von teurem Motoröl? Motoröle müssen technische Normen (z.B. SAE‑Viskosität, ACEA‑Spezifikation, herstellerspezifische Freigaben wie VW 507.00 oder MB 229.5) erfüllen, damit sie den Motor zuverlässig schmieren und vor Verschleiß schützen. In Tests zeigte sich mehrfach, dass viele günstige No‑Name‑Öle die gleichen Normen erfüllen wie bekannte Markenprodukte und im Labor durchaus […]

weiterlesen

Keine Kommentare vorhanden



Sie können uns hier gerne einen Kommentar hinterlassen.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *