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Lohnt sich ein Elektroauto als Dienstwagen ?

Die Bundesregierung fördert Elektrodienstwagen sehr großzügig. Für Firmen stellt sich die Frage, inwieweit sich der Umstieg lohnt. Es sind bei dieser Entscheidung nicht nur steuerliche Aspekte zu beachten. Das Fahrzeug hat einen bestimmten Preis und eine bestimmte Reichweite, die zu den täglichen Fahrtstrecken der Nutzer passen muss. Beides ist gegenüber den Dienstwagen mit Verbrennungsmotor noch nicht ganz konkurrenzfähig. Die staatliche Förderung soll gerade diesen Nachteil ausgleichen.

Steuervorteile für Elektrodienstwagen

Schon 2019 wurde in Deutschland die Steuer für die Privatnutzung von Elektrodienstwagen auf 0,5 % des Bruttolistenpreises halbiert. 2020 wird sie gegenüber 2019 nochmals auf nunmehr 0,25 % halbiert. Hierfür muss das Fahrzeug unter 40.000 Euro kosten. Die Berechnung der Anschaffungskosten erfolgt nach § 6 Absatz 1 Nr. 4 S. 2 EStG. Demnach ist der in Deutschland geltende Listenpreis bei der Erstzulassung maßgebend (inklusive Sonderausstattung und Umsatzsteuer).

Die neue Besteuerungsregel lässt sich auch für im Jahr 2019 angeschaffte E-Dienstwagen anwenden. Besondere Rahmenbedingungen gelten für Plug-in-Hybride. Die Besteuerung der Entfernungskilometer zwischen Wohn- und Arbeitsort wird ebenfalls halbiert. Der verringerte Steuersatz gilt auch für gebrauchte Elektrodienstwagen. Die Steuervorteile für ein Stromtanken beim Arbeitgeber oder Ladevorrichtungen für die heimische Garage, die das Unternehmen dem Angestellten überlässt, werden verlängert. Wer Elektrolieferfahrzeuge neu anschafft, kann dafür eine Sonderabschreibung in Anspruch nehmen. Daher denken nun immer mehr Firmen und ihre Arbeitnehmer über Elektrodienstwagen nach.

Die DAT (Deutsche Automobil Treuhand) hat hierzu Fuhrparkleiter befragt. 63 % von ihnen bestätigten, dass Dienstwagenberechtigte die E-Dienstfahrzeuge gerade wegen der Steuervorteile nun verstärkt nachfragen. Das Interesse ist laut DAT signifikant. Der Arbeitnehmer solle sich ein Elektroauto suchen, das zu seinen Anforderungen genau passt, so der Experte. Dann könne er auf Ersparnisse vertrauen, weil es inzwischen klare gesetzliche Regelungen gäbe. Diese führen beispielsweise bei einem Dienstwagen in der Klasse des VW Passat (Anschaffungspreis: 32.000 Euro) zu Einsparungen bis zu 100 Euro monatlich, wenn der Nutzer dem Spitzensteuersatz von 42 % unterliegt.

Lohnt sich ein Elektroauto als Dienstwagen ?

Lohnt sich ein Elektroauto als Dienstwagen ?

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Wie wirken sich die Steuerersparnisse für Elektrodienstwagen bisher aus?

Der Anreiz funktioniert schon seit 2019 sehr gut: Nach der Senkung der Steuerbelastung für die Privatnutzung um 50 % stieg der Anteil der Elektrodienstwagen gegenüber 2018 um 90 %. Die Zahl stammt vom Bundesverband Deutscher Leasingunternehmen. Allerdings ist in der Gesamtbetrachtung der Anteil der Elektroautos mit lediglich 2 % der Fahrzeugflotte immer noch viel zu gering. Bei den Elektrodienstwagen liegt das auch daran, dass die einschlägigen Angebote bislang überschaubar sind.

Das könnte sich wiederum ab 2020 ändern (Stand der Betrachtung: Jahreswechsel 2019/2020). Die großen Autobauer rüsten ihre Flotten massiv mit Elektrofahrzeugen auf, weil sie sonst die immer strengeren gesetzlichen Vorgaben für die Emissions- und Verbrauchswerte ihrer Gesamtflotten nicht einhalten können. Der Flottendurchschnitt darf ab 2020 die Grenze von 95 g/km CO₂ nicht mehr übersteigen – sonst drohen hohe Geldstrafen. Wer jetzt über Elektrodienstwagen nachdenkt, sollte sich folgende vergleichsweise günstigen Fahrzeuge anschauen:

  • VW ID.3
  • Opel Corsa-e
  • VW up!
  • Seat Mii
  • Škoda Citigo

Plug-in-Hybride werden mit dem halben Steuersatz (0,5 % bei Privatnutzung) begünstigt, daran ändert sich auch 2020 nichts. Sie müssen dafür weniger als 50 g/km CO₂ emittieren und mindestens eine elektrische Reichweite von 40 km erreichen (ab 2022: 60 km, ab 2025: 80 km).

Das Problem der Plug-in-Hybride

Auch diese Fahrzeuge werden wie erwähnt als Dienstwagen steuerlich begünstigt, doch ihr eigentlicher Umweltvorteil kommt nur zum Tragen, wenn sie auch wirklich so oft wie möglich elektrisch gefahren werden. Bei Fahrten in der Stadt bietet sich das immer an. Einige Arbeitnehmer, die sich so einen Wagen als Dienstfahrzeug bestellen, möchten den Steuervorteil mitnehmen, fahren aber das Auto nicht wirklich elektrisch. So gibt es Fuhrparkleiter, die davon berichten, dass der Dienstwagenfahrer bei der Abholung seines neuen Plug-in-Hybrids das Ladekabel am liebsten von der Firma einlagern lassen will.

Das berichtet Marc-Oliver Prinzing, der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement. Die Absicht dahinter: Diese Fahrer wollen nicht elektrisch fahren. Doch damit beschädigen sie die Umwelt, denn ein nicht elektrisch gefahrener Plug-in-Hybrid verbraucht mehr als ein Diesel. Er ist nämlich durch die Batterieeinheit und den Elektromotor schwerer. Die Fuhrparkmanager sind deshalb gerade dabei, ihre Car Policy dahingehend zu ändern, dass Mitarbeiter den Plug-in-Hybrid nur dann erhalten, wenn sie ihn nachweislich auch elektrisch fahren – allein schon deshalb, weil ihnen im Unternehmen und daheim bequeme Lademöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Außerdem sollen sie sich schriftlich zur E-Nutzung verpflichten. Überwachen lässt sich das durch Tankkarten, welche die Unternehmen ihren Dienstwagenfahrern übergeben. Sie vermerken, ob Strom oder Kraftstoff getankt wurde. Die meisten Unternehmen investieren zudem kräftig in die Ladeinfrastruktur auf ihrem Betriebsgelände. Der Fahrer kann dann während seine Schicht bequem seinen Elektrodienstwagen aufladen. Andere Firmen schaffen mit dem Fahrzeug eine Ladestation für das heimische Aufladen an.

Reichen die Angebote an Elektrodienstwagen?

Wie schon vorn erwähnt reichen sie mit Stand 2019 noch nicht. Es wird ab 2020 eine deutliche Verbesserung erwartet, doch das sind Prognosen und keine handfesten Zahlen. Bislang ist die Modellauswahl zu klein, während die Lieferzeiten zu lang ausfallen. Die bisherigen Favoriten bei Elektrodienstwagen sind der BMW i3, der Smart EQ Fortwo, und der B-Klasse-Mercedes Electric Drive, auch die oben erwähnten preisgünstigen Varianten (VW ID.3, Škoda Citigo, Seat Mii, VW up! und Opel Corsa-e) kommen schon häufiger zum Einsatz. Das hört sich zunächst nach Modellvielfalt an, genügt aber den Fuhrparkchefs und Dienstwagennutzern längst nicht. Darauf verweist etwa der PwC-Experte Christoph Stürmer (PricewaterhouseCoopers). Immerhin lohnt sich der Umstieg auf den Elektrodienstwagen nur, wenn dieser punktgenau zu den eigenen Anforderungen passt.

Ein Hauptgrund hierfür sind die eher geringen Reichweiten mit elektrischem Antrieb. Im Klartext: Wer nur täglich einen vergleichsweise kurzen Weg zur Arbeitsstätte und zurück mit dem Dienstwagen fährt, kann praktisch jedes Elektroauto nutzen, denn zwischen 200 und 300 km schaffen heute alle Akkus. Doch Handelsvertreter oder Manager, die mehrere Dependancen am Tag besuchen, brauchen Fahrzeuge mit Reichweiten um 400 bis 500 km oder mehr – wenn sie nicht unterwegs relativ bequem (an ihrer Fahrtstrecke) aufladen können. Neben der Reichweite muss der Wagen auch noch andere Vorzüge mitbringen und preislich zu den Vorstellungen des Unternehmens passen. Zu diesem Zweck wäre eine sehr große Modellvielfalt, vergleichbar mit der bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, wünschenswert.

Welche Vorteile bringt das Leasing von Elektrofahrzeugen?

Abgesehen von überschaubaren und wahrscheinlich lösbaren Problemen bei Elektrodienstwagen fragen sich die Firmenchefs, ob sie so ein Fahrzeug anschaffen oder leasen sollen. Hierzu gibt es eine sehr klare Expertenmeinung: Noch viel mehr als bei klassischen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor lohnt sich das Leasing von Elektrodienstwagen. Der Hintergrund: Diese Fahrzeuge sind durch die Bank sehr jung. Daher sind zwei Punkte noch längst nicht mit statistischen Daten belegt:

  • Wie lange halten die Akkus wirklich? Wann sind sie endgültig verschlissen?
  • Wie hoch sind die Wiederverkaufswerte von gebrauchten Elektroautos?

Es ergeben sich hieraus sehr große Unsicherheiten bei der Kalkulation, falls die Firma den Elektrodienstwagen kauft. Beim Leasing hingegen entfallen diese Unsicherheiten, denn die Leasingrate und die Rahmenbedingungen (Laufzeit und -leistung, Restwert etc.) stehen von vornherein fest. Natürlich fragt sich manch ein Firmenchef, wie denn das Leasingunternehmen mit den beschriebenen Unsicherheiten umgeht, doch das muss schließlich nicht seine Sorge sein. Nüchtern betrachtet gilt das Leasing von Elektrodienstwagen auf Jahre, wenn nicht auf Jahrzehnte als die optimale Lösung für Unternehmen, die ihren Fuhrpark elektrifizieren wollen.

Fazit: Interesse an Elektrodienstwagen wächst rasant

Eine aktuelle Studie der Marktforscher von Dataforce konnte das gewachsene Interesse an Elektrodienstwagen deutlich aufzeigen. Die Autoren vermerken, dass es sich um einen ungebrochenen Trend handele, der in nicht allzu langer Zeit zur fast vollständigen Elektrifizierung von Firmen-Pkw führen könnte. Das sei erfreulich, heißt es weiter: Die Unternehmen seien damit Vorreiter auf dem Weg in die Elektromobilität.

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